Ikea-Gründer Ingvar Kamprad wird bezichtigt, über eine bislang geheime Stiftung in Lichtenstein weiterhin Kontrolle über Ikea ausgeübt zu haben.

Ikea

Steuerhinterziehung im Köttbullar-Land?

Eigentlich hatte sich Ikea-Gründer Ingvar Kamprad offiziell schon vor Jahren aus seinem Konzern zurückgezogen. Anscheinend allerdings doch nicht so ganz, wie er es der Öffentlichkeit glauben lassen will. Wie "Spiegel Online" unter Berufung auf eine Dokumentation im schwedischen Fernsehen berichtet, soll sich der 84-Jährige die "Kontrolle und Macht" über Ikea gesichert haben - durch die in Liechtenstein ansässige Stiftung Interogo. Vor 20 Jahren sei sie bereits "unter völliger Geheimhaltung" gegründet worden. Ein Ableger der Stiftung sei die Holding Inter Ikea Systems B.V., die Franchisegeber für die Häuser ist und in dessen Taschen steuerfrei drei Prozent des Umsatzes fließen. Auf diese Weise seien für die Stiftung bereits Gelder in Höhe von umgerechnet rund 11,2 Mrd. Euro zusammengekommen.

"Inter Ikea ist das wahre Ikea", betont die Dokumentation. Demnach würden Gewinne in Milliardenhöhe ins Ausland fließen und zwischen verschiedenen Ländern verteilt, "um keine Steuern zahlen zu müssen".

Kurz vor der Ausstrahlung des TV-Beitrags habe Kamprad die Existenz der Stiftung bestätigt. In einer persönlichen Stellungnahme versicherte er, die Stiftung in Liechtenstein zwar gemeinsam mit seiner Familie zu kontrollieren, geleitet werde sie jedoch von einem Gremium von Außenstehenden. Eine Kontrolle über Ikea übe werde er, noch seine Familie aus.

Laut "Süddeutsche.de" sei das Ziel der Stiftung das "langfristige Überleben" von Inter Ikea zu sichern. Daneben könne mit dem Vermögen der Stiftung aber auch dazu beigetragen werden "einzelne Ikea-Händler zu stützen, die finanzielle Schwierigkeiten haben, und für philanthropische Zwecke."

Ikea wird über eine verschachtelte Firmenkonstruktion der Ikea Group und der Inter Ikea mit Sitzen in den Niederlanden und Luxemburg geführt. 2010 hatte der Konzern erstmals in seiner Geschichte Gewinnzahlen veröffentlicht. Mitte Januar wurden diese schließlich konkretisiert, so "Focus online". Die Bilanz: Im Geschäftsjahr 2010 erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 2,7 Mrd. Euro, 6,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte um 7,7 Prozent auf 23,1 Mrd. Euro.

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