Was wird aus den einzelnen Primondo-Puzzle-Teilen? (Bild: www.quelle.de)

Quelle

Steht vor dem endgültigen Aus

Rettungsversuch gescheitert: Der im Sommer gewährte Massekredit von 50 Mio. Euro ermöglichte es Quelle noch, die Geschäfte trotz der Insolvenz des Mutterkonzerns weiterzuführen. Doch gestern Abend bestätigte Arcandor, dass bis zum Ende der Angebotsfrist am vergangenen Wochenende kein Angebot für die Quelle-Dachgesellschaft Primondo eingegangen sei: "Nach 15 intensiven Verhandlungen mit einer Vielzahl von Investoren sehen der Insolvenzverwalter wie Gläubigerausschuss jetzt keine Alternative zur Abwicklung von Quelle Deutschland mehr", erklärte Insolvenzverwalter Hubert Görg.

Die Interessenten hatten es insbesondere auf die Spezialversender wie z.B. Baby-Walz abgesehen, allerdings reichten Görgs lukrative Lockvögel nicht aus, um einen der potenziellen Investoren zur Übernahme der gesamten Primondo-Gesellschaft zu bewegen. Zudem hielt Görg an den stationären Quelle-Shops fest, während die Investoren die 1.450 Geschäfte schließen wollten.

Nun wird also abgewickelt - mit dramatischen Folgen. Denn nun bangen 10.500 Arbeitnehmer um ihre Jobs. Johann Rösch, Ver.di-Handelsexperte, fand im ZDF-"Morgenmagazin" dafür deutliche Worte. Die Abwicklung sei ein "Desaster", nun "stirbt ein Stück deutsche Handelsgeschichte".

Die Auswirkungen aufs Möbel-Business dürften unterschiedlich sein. Einige Lieferanten wie z.B. Nieburg-Küchen machten mit Quelle 30 Prozent ihres Umsatzes, verabschiedeten sich aber relativ früh von dem angeschlagenen Unternehmen und richteten ihren Vertrieb neu aus. Ob dies allen treuen Quelle-Produzenten gelang, ist aber zu bezweifeln.

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