Bruno Steinhoff und Markus Jooste stehen kurz vor einem Geschäftsabschluss, der auch für die beiden nicht alltäglich ist.

Steinhoff

Steht kurz vor der Neusortierung des europäischen Möbelhandels

Obwohl Bruno Steinhoff sich mit dem Titel Non-Executive Director schmückt, wirbelt er aktuell wie in alten Zeiten. Nach der Entlassung seines Polster-CEOs bahnt sich nun eine Entscheidung von noch deutlich größerem Ausmaß an. Momentan führt die Steinhoff International Holding "intensive Gespräche" mit der französischen Holdinggesellschaft PPR, die auf Handel und Luxusgüter spezialisiert ist - und über ihre Tochtergesellschaft Conforama eben auch im Möbelhandel unterwegs ist. Auf dieses Geschäftsfeld hat es Steinhoff nun abgesehen. In einer heutigen Pressemitteilung heißt es: "Steinhoff kündigt hiermit die Absicht an, in exklusive Verhandlungen einzutreten zwecks der Übernahme von 100 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals von Conforama." Als Barkaufpreis werden etwas mehr als 1,2 Mrd. Euro genannt. Soviel Geld muss Steinhoff schon auf den Tisch legen, denn Conforama erklärt sich weltweit zur Nummer zwei im Wohneinrichtungsbereich. Preislich positioniert sich das Unternehmen im Discount-Bereich. Zum Sortiment gehören Möbel, Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik und Dekorationsartikel. Aktuell gibt es 241 Conforama-Stores, davon 190 in Frankreich und 9 in den französischen Übersee-Departements. In anderen Ländern gibt es 51 Geschäfte - 47 unter dem Firmennamen Conforama und 6 unter dem Firmennamen Emmezeta in sechs Ländern: Spanien, Schweiz, Portugal, Luxemburg, Italien und Kroatien. In dem per 30. Juni 2010 abgeschlossenen Geschäftsjahr betrugen die Umsätze des Filialisten 3 Mrd. Euro. Das Immobilienbestand umfasst 98 eigene Einzelhandelsgeschäfte, 14 Lagerhäuser und 6 Verwaltungsgebäude. Insgesamt werden für den Betrieb des Konzerns 13.400 Mitarbeiter beschäftigt. [page_break] Bruno Steinhoff sieht die Übernahme "als einen großen Schritt in die europäische Möbelwelt, vor allem in Frankreich, zur strategischen Zukunftssicherung unserer Firmengruppe durch eine immer weitere Verbesserung unseres Produktangebots und unseres Leistungsspektrums."

Die vorgeschlagene Transaktion soll in den nächsten Wochen abgeschlossen werden. Das französische Recht schreibt allerdings noch Konsultationen mit den Betriebsräten vor. Danach müssen die Kartellbehörden ihren Segen geben.

Thierry Guibert, Präsident und Chief Executive Officer von Conforama, nahm wie folgt Stellung: "Ich wäre besonders stolz und froh, wenn Conforama in die Steinhoff-Gruppe aufgenommen würde. Wenn Conforama erst Teil eines starken Marktteilnehmers wie Steinhoff ist, können wir die strategischen Ziele des Unternehmens verfolgen, seine

Entwicklung beschleunigen, und es als Marktführer bei Produkten für ein schönes

Zuhause etablieren."

Steinhoff-CEO Markus Jooste kündigt schon vor Abschluss des Mega-Deals an, auf Kontinuität setzen zu wollen: "Steinhoff wird außerdem die strategischen Beziehungen zu Partnern im Einzelhandel und zu Kunden in den traditionellen Vertragsgebieten unterstützen und würdigen, in denen das Unternehmen schon mehr als 40 Jahre lang Geschäfte getätigt hat."

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