Stationärer Handel unter Beschuss

Schluss mit Schutz vor dem Internet-Handel? Die EU-Regelung, dass Hersteller den Internet-Vertrieb ihrer Produkte auf Händler beschränken können, die ihre Waren nicht nur online vertreiben, sondern mindestens ein oder mehrere Ladengeschäfte unterhalten, läuft Ende Mai aus. Die Europäische Kommission arbeitet momentan an einer Neufassung der sogenannten vertikalen Gruppenfreistellungsverordnung (GVO vertikal) und bekommt dabei Gegenwind vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh). Dieser fordert die uneingeschränkte Verkaufsfreiheit für Markenartikel im Internet. Christoph Wenk-Fischer, Stellvetretender Verbands-Hauptgeschäftsführer, erklärt: "Die Regeln erlauben es Warenherstellern weiterhin, reine Internet-Händler vom Vertrieb auszuschließen, wenn diese nicht zusätzlich Ladengeschäfte betreiben. Damit wird der Online-Handel gegenüber dem stationären Handel benachteiligt."

Dieses Vorgehen sei nicht mehr zeitgemäß, denn die wirtschaftliche Bedeutung des Online-Handels und das Käuferverhalten seien nicht mehr mit der Handelsstruktur von 1999 zu vergleichen, meint der Verband.

"Die Kaufbereitschaft der Deutschen im Internet ist ungebrochen und wird weiter zunehmen. Es ist daher an der Zeit, die Beschränkungen des Online-Handels endlich aufzuheben und das Internet als gleichberechtigten Vertriebskanal anzuerkennen", fordert Christoph Wenk-Fischer

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