Schieder

Starke Auslandsaktivitäten retten den Gesamtumsatz

Aufgrund großer Zuwächse im Exportgeschäft wird die Schieder-Gruppe ihre realen Umsatzverluste in Deutschland im Geschäftsjahr 2002/2003, das am 31. März endet, in Höhe von 11 Prozent zum großen Teil kompensieren

Aufgrund großer Zuwächse im Exportgeschäft wird die Schieder-Gruppe ihre realen Umsatzverluste in Deutschland im Geschäftsjahr 2002/2003, das am 31. März endet, in Höhe von 11 Prozent zum großen Teil kompensieren können. Der Konzern muss damit insgesamt nur ein Minus von drei Prozent verkraften. Der Umsatz liegt bei über einer Mrd. Euro. Beachtlich: Die Gruppe erhöhte ihren Auslandsanteil in den letzten vier Jahren von 23 auf 37 Prozent. Im kommenden Jahr soll der Exportanteil bereits bei 40 Prozent liegen – mittelfristig sogar auf 50 Prozent steigen. Hauptabsatzmärkte sind die Schweiz, Polen, Österreich und Kroatien, wo der Absatz um 39 Prozent wachsen konnte. In den Niederlanden forcierte Schieder den Umsatz gar um satte 60 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter sank um 700 auf insgesamt 11.500, wobei überwiegend in Polen Stellen abgebaut wurden. Dort beschäftigt Schieder nunmehr 6.500 Mitarbeiter. In Deutschland wurde das Niveau bei knapp 2.000 Mitarbeitern fast gehalten.
Für 2003 rechnet die Geschäftsführung weiterhin mit schwierigen Konsum-Bedingungen und einem insgesamt um ca. fünf Prozent schrumpfenden Gesamtmarkt. Schieder hat sich trotzdem auf die Fahnen geschrieben, Marktanteile dazuzugewinnen und den Inlandsumsatz zumindest zu halten. Diese Absicht will das Unternehmen durch die Besetzung weiterer Nischen in Deutschland sowie durch gezielte Übernahmen insolvenzbedrohter Wettbewerber in die Tat umsetzen. Außerdem soll das Markengeschäft mit den Firmen Begana, Fakta und Liv'in weiter ausgebaut werden.
Darüber hinaus beabsichtigt die Gruppe, neue Auslandsmärkte zu erschließen, die durch die Fertigung vor Ort bedient werden sollen. Der Fokus liegt dabei in erster Linie auf Russland. Im Frühjahr 2002 hatte Schieder bereits in Kaliningrad ein Polsterwerk mit 70 Mitarbeitern in Betrieb genommen. Im Oktober 2003 soll eine weitere Produktionsstätte für Sofas und Sessel bei Moskau eröffnet werden. Fünf Mio. Euro sollen dort investiert werden und es entstehen 350 Arbeitsplätze. 2004 wird Schieder dann in Kostroma ein Werk für Wohn- und Schlafraummöbel mit 250 Mitarbeitern ans Netz gehen lassen. Geplante Investionssumme: 12 Mio. Euro. Aber auch als Absatzland scheint Russland für Schieder vielversprechend zu sein. Bis 2005 will das Unternehmen dort schon einen Umsatz von 200 Mio. Euro erwirtschaften.