Die Surteco-Chefs nach dem Süddekor-Deal - Teil 2

Sprengpotenzial, rustikaler Wettbewerb, Osteuropa & Compliance

Nachdem Surteco die Süddekor-Gruppe Ende November übernommen und in die Strategische Geschäftseinheit (SGE) Papier eingegliedert hat, informierte die Führungsspitze mit den Geschäftsführern Friedhelm Päfgen, Dr. Gereon Schäfer, Dieter Baumanns, Reinhold Affhüppe, Dr. Steffen Griffel und Dr. Jürgen Dambrowski gestern erstmals über den aktuellen Stand der Fusion und die Zukunftsaussichten des neu entstandenen Big-Players. Die "möbelfertigung" fasst die wichtigsten Aussagen für Sie zusammen.

Bleibt die Dekorentwicklung auch bei Bausch Decor bestehen? Oder geht sie komplett zu Süddekor Art?

Dr. Gereon Schäfer: Möglicherweise.

Was ist mit weiteren Überschneidungen im Portfolio?

Friedhelm Päfgen: Sprengpotenzial bieten Druck und Folie. So, wie es ist, kann es nicht bleiben. Dort werden wir sicherlich Synergien realisieren. Und das beunruhigt natürlich auch die Mitarbeiter.

Was passiert mit der 30-prozentigen Beteiligung am Saueressig-Designstudio, da sich jetzt ja Süddekor Art im Portfolio befindet?

Friedhelm Päfgen: Wir sind happy mit der Beteiligung, denn sie bringt jedes Jahr Geld. Auf der Prioritätenliste steht eine Entscheidung zu diesem Thema ziemlich weit hinten.

Wie haben die Süddekor-Mitarbeiter die Übernahme aufgenommen?

Dr. Steffen Griffel: Mit einem tiefen Durchatmen. Zumal der aktuelle, teamorientierte Führungsstil der Surteco sich mit dem bei Süddekor deckt.

Wie stellt sich der Wettbewerb aktuell in der Oberflächenbranche dar?

Friedhelm Päfgen: Die Industrie hat 30 Jahre unter der Käseglocke gesessen und fantastisch gelebt. Als die Glocke gelupft wurde, wurde der Wettbewerb sehr rustikal.

Wie wird sich der Wettbewerb in der Oberflächenbranche in den kommenden Jahren mit den neuen Konstellationen darstellen?

Friedhelm Päfgen: Er wird noch einmal rustikaler werden. Ob ihn alle überleben, weiß ich nicht.

Das Fehlen von Surteco-Werken in den Wachstumsmärkten Osteuropa und Brasilien

Friedhelm Päfgen: Muss man noch nach Brasilien? Ich glaube, dass der Peak dort erreicht ist.

Akquisitionen in diesen Gebieten sind Stand jetzt nicht geplant. Der Kapitalmarkt steht uns jedoch weiter zur Verfügung. Sollte also etwas passieren, könnten wir uns das anschauen. Beim Süddekor-Deal waren die Aktien der Kapitalerhöhung zehnfach überzeichnet. Das war etwas, mit dem wir in den kühnsten Träumen nicht gerechnet hätten und das beweist, dass die Investoren großes Vertrauen in uns haben. Schließlich ist Surteco in den letzten Jahren stark durch Akquise gewachsen.

Als wir mit der Fusion von Linnemann und Bausch beschäftigt waren, wurde uns zwei Monate später Döllken angeboten. Das war eine einmalige Chance, die wir nutzen mussten. Also, wenn ich mir etwas wünschen dürfte, würde ich mir für die nächsten drei Jahre keine Akquisitionen wünschen, weil wir genug zu tun haben. Sollte jedoch etwas vom Himmel fallen...

Was Compliance-Regeln einer AG mit fehlenden Werken in Osteuropa zu tun haben

Friedhelm Päfgen: Wir sind unseren Aktionären verpflichtet. Deshalb schließen sich manche landesübliche Gegebenheiten des Geschäftslebens für uns schlicht aus. Wir geben ein Angebot ab, sonst nichts. Es ist sicher im Wettbewerb für uns manchmal schwierig, weil nicht alle mit den selben Mitteln arbeiten. Beispielsweise könnten wir Behördenwillkür in besteimmten Ländern mit unseren strikten Regeln nicht zeitnah ausräumen.

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