Verkauft Kika/Leiner-Chef Paul Koch an die Steinhoff Holding? Die Gerüchteküche brodelt.

Kika/Leiner

Spekulationen über Verkauf an Steinhoff Holding

Die österreichische Tageszeitung "Die Presse" hat gestern als erstes über einen möglichen Verkauf von Kika/Leiner an die südafrikanische Steinhoff Holding berichtet. Heute ziehen andere Medien aus Österreich nach. Demnach soll das österreichische Familienunternehmen angeblich für 800 Mio. Euro an den börsennotierten Konzern gehen. Das Ganze sei "auch schon ziemlich unter Dach und Fach". Laut "Presse" war von der Steinhoff-Gruppe lediglich zu erfahren, dass sie "Spekulationen grundsätzlich nicht kommentiert". Und auch Kika/Leiner selbst hält sich bedeckt. Auf Nachfrage von moebelkultur.de hieß es lediglich, "dass die Kika/Leiner-Geschäftsführung zu diesen, seit gestern medial kommunizierten Gerüchten und Spekulationen keine Stellungnahme gibt". Ein Dementi sieht aber eigentlich auch anders aus.

Kika/Leiner wird in vierter Generation von Paul Koch (36) geführt, dabei ist das Unternehmen noch heute zu 100 Prozent in Familienbesitz. In Österreich gibt es aktuell 32 Kika-Standorte, darüber hinaus stehen die Zeichen in den CEE-Ländern auf Expansion. Bislang betreibt Kika dort Filialen in Tschechien (7), Ungarn (6), Kroatien (3), Slowakei (2), Rumänien (1) und Serbien (1). Dazu kommen 18 Leiner-Dependancen in Österreich. Mit 7.750 Mitarbeitern erwirtschaftete der Einrichter, der sich erst Ende 2012 dem Atlas-Verband angeschlossen hatte, im Geschäftsjahr einen Umsatz von 2011/12 1,25 Mrd. Euro.

Im letzten Jahr hatte Kika/Leiner permanent an der Optimierung seiner Standorte gearbeitet. Innerhalb von zwölf Monaten gab es sechs Total-Umbauten. Im Gespräch mit der "möbel kultur" hatte Paul Koch Mitte 2012 angekündigt, alle 32 Kika-Häuser nach und nach umzubauen. Außerdem hieß es: "Unser Ziel ist es, durch Expansion eine Flächenverdichtung zu erreichen. Der Erfolgskurs des Unternehmens steuert aber auch ein ganz klares Ziel an: Die Nummer 1 am in- und ausländischen Markt zu sein."

Gleichwohl hatte die östereichische Tageszeitung "Der Standard" im März berichtet, dass Kika in der Bilanz 2012/13 ein negatves Ergebnis in Höhe von 11 Mio. Euro ausweist. Und auch für das laufende Geschäftsjahr würden sich kaum Gewinne abzeichnen. Die Jahre, in denen das Unternehmen in Österreich von Gewinnsprüngen im Osten in zweistelliger Höhe profitiert habe, seien vorbei. Von einer drohenden Sanierung sei vielmehr die Rede. Doch laut "Der Standard" hatte Paul Koch daraufhin gesagt, dass Kika 2014 wieder Gewinn erzielen werde. "Wir sind gut mit Eigenkapital ausgestattet", zitiert ihn das Blatt. Neben den schwierigen Entwicklungen in Osteuropa seien außerdem hohe Ausgaben für den Umbau der Filialen in Österreich Auslöser für die Verluste gewesen. "Wir nehmen aber die Geschwindigkeit aus der Expansion raus, sind vorsichtiger geworden", so Koch weiter.

Zuletzt war außerdem bekannt geworden, dass die beiden Geschäftsfürer Manfred Warmuth und Johannes Jungbluth aus der Geschäftsführung der Gruppe ausgeschieden sind - und Paul Koch nun allein an der Spitze des Unternehmens steht.

Das könnten alles Indizien dafür sein, dass an den Verkaufsgerüchten etwas dran ist. Die Fakten können aber auch anders gedeutet werden. Klarheit wird es also erst geben, wenn sich die Protagonisten äußern.

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