Schieder-Prozess

Sparkasse hatte "Zweifel an einer konservativen Bilanzierung"

Paradoxe Entwicklung: Am siebten Verhandlungstag um die Schieder-Pleite wurde deutlich, dass die verschiedenen Banken die wirtschaftliche Situation des Konzerns sehr unterschiedlich eingeschätzt haben. Frühzeitig "immer mehr begründete Zweifel an einer konservativen Bilanzierung" hatten nicht die großen Geldinstitute, sondern die lippische Sparkasse. Wie die "Neue Westfälische" berichtet, sagte Firmenkundenbetreuer Jürgen S. aus, man habe bereits 2002 Schieder "deutlich kritischer" gesehen. "Es gab Auslandsgeschäfte, die wir überhaupt nicht einschätzen konnten", so der Zeuge. Aus diesem Grund bestand die Sparkasse auf einer Umschuldung und der sukzessiven Rückzahlung der Kredite. Zudem wurden neue Kredite nicht gewährt, sodass die Bank nach der Insolvenz glimpflich davon kam.

Anders die international tätigen Geldinstitute. Die WestLB glaubte weiter an das Schieder-Konzept, vor allem an den Erfolg in Fernost, erklärte WestLB-Regionalleiter Andreas H. laut der "Neuen Westfälischen" vor Gericht. Und auch Citibank, Deutsche Bank und Goldman Sachs bewilligten Kredite in dreistelliger Millionenhöhe.

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