Surteco
Solides Ergebnis
"Wir haben ein EBIT von 34,4 Millionen Euro erzielt – das ist in diesen Zeiten ein akzeptables Ergebnis", erläutert Friedhelm Päfgen, Vorstandsvorsitzender der Surteco SE gestern auf der Bilanzpressekonferenz die
"Wir haben ein EBIT von 34,4 Millionen Euro erzielt – das ist in diesen Zeiten ein akzeptables Ergebnis", erläutert Friedhelm Päfgen, Vorstandsvorsitzender der Surteco SE gestern auf der Bilanzpressekonferenz die aktuellen Zahlen.
Der Konzern mit Sitz in Buttenwiesen-Pfaffenhofen hat es geschafft, rechtzeitig die Kapazitäten und Kostenstrukturen des Unternehmens auf die drohende Krise abzustimmen und konnte auf diese Weise auch im schwierigen Geschäftsjahr 2009 ein zufriedenstellendes Ergebnis erwirtschaften. Der Konzernumsatz belief sich letztlich auf 341,1 Millionen Euro, ein Rückgang um 15 Prozent. Während im Ausland ein Minus von 18 Prozent hingenommen werden musste, war es im Inland ein Rückgang um 11 Prozent. Der Umsatz der Geschäftseinheit Kunststoff mit den Unternehmen Döllken und Gislaved brachte 210 Millionen Euro, die Einheit Papier mit Bausch Decor und BauschLinnemann 131,1 Millionen Euro.
In 2009 erzielte die gesamte Gruppe ein operatives Ergebnis von 54,3 Millionen Euro, das Finanzergebnis verbesserte sich von -21,3 Millionen Euro auf -16,9 Millionen Euro. Letzteres vor allem durch den geringeren Wertberichtigungsbedarf an dem von der Surteco gehaltenen Aktienpaket der Pfleiderer AG. Das Vorsteuerergebnis stieg so um insgesamt elf Prozent auf 17,6 Millionen Euro. Als Konzerngewinn blieben am Ende 9,2 Millionen Euro, ein Plus um 37 Prozent. Das Ergebnis je Aktie kletterte von 61 Cent auf 83 Cent. Entsprechend der Leitlinie des Unternehmens, 50 Prozent davon an die Aktionäre auszuschütten, werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung der Aktionäre der Gesellschaft am 24. Juni vorschlagen, eine Dividende von 40 Cent auszuschütten. Aktuell werden 77,4 Prozent der Aktien von Gründungsaktionären gehalten, 22,6 Prozent im Free float. Päfgen betont, dass ein höherer Anteil Free float wünschenswert wäre – allerdings beim aktuellen Kurs der Aktien nicht realistisch ist.
Sehr stolz war Päfgen auf die Entwicklung der Nettofinanzverschuldung und des Eigenkapitals in 2009. Trotz rückläufigen operativen Ergebnis ist es der Surteco SE gelungen, den Free Cashflow um 41,5 Millionen Euro auf 59,3 Millionen Euro zu steigern. Dazu baute die Surteco das Nettoumlaufvermögen um 18,1 Millionen Euro ab, hinzu kam eine zurückhaltende Investitionspolitik mit weniger als der Hälfte der Summe aus 2008. Alle auf diese Weise gewonnenen Mittel wurden konsequent zum Verschuldungsabbau eingesetzt, darum reduzierten sich die Nettofinanzschulden um 28 Prozent auf 122,8 Millionen. Gleichzeitig stieg das Eigenkapital um sechs Prozent auf 191,8 Millionen Euro.
Zu den Strategien der Krisenbewältigung gehören vor allem Umstrukturierungen innerhalb des Unternehmens, die Päfgen bereits vor einem Jahr an gleicher Stelle erläuterte. Das Kantenbandwerk im kanadischen Montréal ist mittlerweile geschlossen, die Melaminkantenproduktion von Buttenwiesen-Pfaffenhofen nach Sassenberg verlagert. Auf diese Weise baute die Surteco 320 Mitarbeiter ab. Päfgen betont an dieser Stelle noch einmal die einvernehmlichen Sozialpläne: "Wir konnten vernünftige Sozialpläne noch bezahlen, dass kann in einer Krise nicht jeder!". Zum 31.12.09 beschäftigte die Surteco 1.903 Mitarbeiter an 15 Produktions- und 30 Vertriebsstandorten. Und es werden auch wieder mehr: Aktuell baut die Surteco eine Vertriebsgesellschaft in Spanien auf, "um nach der Krise rechtzeitig präsent zu sein", so Päfgen.
Die Surteco hat derzeit eine Kapazitätsauslastung von 60 bis 70 Prozent, besonders im Bereich der Kantenfertigung zeigt sich die Surteco zufrieden. Der Konzern hat den kompletten Kundenstamm und die Dekore von Impress übernommen, die ihre Fertigung im Werk von Aschaffenburg einstellen. Rund 15 Millionen Umsatz generiert die Surteco damit zusätzlich. Da Impress laut Angaben Päfgens nach der Surteco die Nummer zwei am Markt war, ist auch der Marktanteil deutlich gestiegen.
Für die nahe Zukunft sieht Päfgen allerdings noch keine deutliche Marktbelebung. "Wir gehören nicht zu den Optimisten, die Krise ist aus unserer Sicht nicht vorbei", meint der Vorstandsvorsitzende. Darum plant die Surteco weitere Optimierungen der Produktion. Erschwerend kommen derzeit die hohen Rohstoffpreise hinzu, allein die Naturkatastrophe in Chile, einem wichtigen Herkunftsland von Zellstoff zur Papierherstellung, hat verheerende Auswirkungen auf die Preisentwicklung. Die nur zum Teil als Teuerungszuschlag an Kunden weitergegeben werden kann. Im Bereich des Kunststoff sorgen Werksstilllegungen beispielsweise der BASF zu künstlichen Verknappungen und damit höheren Preisen. So geht mit einer leichten Nachfragebelebung und dem entsprechenden Volumenanstieg auch ein enormer Kostenanstieg einher. "Der Konsolidierungsdruck erhöht sich weiter. Frühestens 2014 sind wir wieder auf dem Niveau von 2007.", glaubt Päfgen.
Zu den strategischen Zielen der Surteco gehört der Fokus auf alle Kernaktivitäten, der weitere Ausbau des Auslandsanteils, die Expansion in verwandte Produktfelder, mittelfristig die Aufnahme in den SDAX und die Ausweitung des Freefloat.

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