BME
Sind die Preise für Industriemetalle übertrieben?
Klare Aussage: „Der Preisanstieg bei den Industriemetallen hat mittlerweile absurde Züge angenommen und ist unseres Erachtens schon lange übertrieben“, erklärte Eugen Weinberg, Leiter Commodity Research der Commerzbank auf dem Solution
Klare Aussage: „Der Preisanstieg bei den Industriemetallen hat mittlerweile absurde Züge angenommen und ist unseres Erachtens schon lange übertrieben“, erklärte Eugen Weinberg, Leiter Commodity Research der Commerzbank auf dem Solution Forum „Stabil statt volatil – Wie entwickeln sich die Rohstoffpreise?“. Die Fachveranstaltung war Teil des 52. Symposiums des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME), das vom 8. bis 10. November in Berlin über die Bühne ging.
Die Preise seien zu einem Großteil spekulativ getrieben und der Anstieg stehe daher auf wackeligen Beinen. „Wir erwarten deshalb in den nächsten Monaten eine deutliche Preiskorrektur“, fügte Weinberg hinzu. Es habe in den vergangenen Monaten durchaus spezifische Nachrichten gegeben, die einen Preisanstieg bei den Metallen rechtfertigen. Diese Nachrichten seien auch konsequent zu Käufen genutzt, preisbelastende Nachrichten dagegen bis zuletzt ignoriert worden. Das Ausmaß des Preisanstiegs hält Weinberg daher für überzogen.
Die Nachfrage nach Industrierohstoffen sei in den vergangenen Monaten sehr gut gewesen, erklärte er auf der Veranstaltung. Das dürfe auch so bleiben. Problematisch sei dabei, dass das Wirtschaftswachstum in den westlichen Industriestaaten nicht zu einer stärkeren Nachfrage nach Rohstoffen, insbesondere Metallen, führe. Dafür seien diese Länder zu dienstleistungsorientiert. Wenn, dann komme der zusätzliche Rohstoffbedarf aus den Emerging Markets. Dort zeichnet der Experte ein gemischtes Bild.
„So können die chinesischen Wirtschaftszahlen der vergangene drei Quartale zwar als sehr gut bezeichnet werden. Die nähere Zukunft sieht dagegen nicht so günstig aus. In anderen Schwellenländern sind ebenfalls Wachstumsdellen deutlich erkennbar. Nationen wie Russland, Brasilien oder Türkei sind von den zuvor prognostizierten BIP-Anstiegen weit entfernt“, betonte Weinberg. Wie sich die Lage weiterentwickelt, bleibt abzuwarten.

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