Möbel wecken Begehrlichkeiten. Die Internet-Riesen Amazon und Rocket Internet haben ein Auge auf Einrichtung geworfen.

Casa.com

Separater Möbel-Shop von Amazon?

Wie der "Versandhausberater" berichtet, hat sich Amazon die Internetadresse Casa.com gesichert. Nun wird - vor allem in den USA - fleißig spekuliert, ob der E-Commerce-Gigant ein separates Shopping-Portal für Möbel und Accessoires an den Start bringen will. Schon mit dem Schuh- und Handtaschen-Shop Javari verdeutlichte Amazon, dass spezialisierte Satelliten sehr wohl ins Konzept passen.

Gerücht hin, Gerücht her. Fest steht, dass die Online-Riesen ein Auge auf Möbel und Accessoires geworfen haben. Erst kürzlich ist eine E-Mail des Internet-Pioniers Oliver Samwer an die Öffentlichkeit gelangt, in der er das Einrichtungssegment zur Chefsache macht. In dem Schreiben fordert er seine internationalen Teams auf, den Markt in Form eines "Blitzkriegs" zu erobern. Schließlich warteten im Möbelgeschäft noch Milliardenumsätze, so der Unternehmer, der gemeinsam mit seinen Brüdern Marc und Alexander die Firma Rocket Internet leitet. Möbel böten demnach die letzte Chance im E-Commerce ein Schwergewicht nach dem Vorbild von Amazon oder Zappos zu etablieren.

Dass die Internet-Spezialisten unruhig sind, verwundert kaum. Denn die überdurchschnittlichen Zuwachsraten für Möbel und Accessoires im E-Commerce wecken Begehrlichkeiten. So legte der Umsatz von Möbel und Dekorationsartikeln in Deutschland innerhalb eines Jahres um 77 Prozent zu (2009: 940 Mio. Euro, 2010: 1,67 Mrd. Euro). Die Zahlen des vergangenen Jahres stehen noch aus, werden aber nicht minder beeindruckend sein. Denn für Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer? vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh), gehörten die Warengruppen Möbel und Deko zu den Gewinnern des Jahres, wie er kürzlich in einem Statement in der Zeitschrift "Internet World Business" mitteilte.

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