Die Nolte-Möbel GmbH & Co. KG hat am 10. Mai beim Amtsgericht Paderborn Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt.

Nolte Delbrück

Schwerer Gang zum Amtsgericht - Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung

Schock in Delbrück: Die Nolte-Möbel GmbH & Co. KG hat gestern beim Amtsgericht Paderborn Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Ziel ist, die bestehende Chance auf eine nachhaltige Sanierung des Unternehmens zu nutzen. Dabei bleibt die Führungsspitze unverändert im Amt und ist voll handlungsfähig. Es gibt keinen Insolvenzverwalter, sondern lediglich einen Sachwalter, in Person von Rechtsanwalt Stefan Meyer von Pluta Rechtsanwälte, der das Verfahren begleitet und überwacht.

Konkret bedeutet das, dass der bereits eingeschlagene Restrukturierungskurs fortgesetzt wird. „Wir werden die kommenden Wochen nutzen, um auf Basis der bereits durchgeführten Maßnahmen den Sanierungsplan zu konkretisieren“, erläutert Geschäftsführer Werner Farke. „Die Fokussierung auf System- und Komfortmöbel für Schlafräume wird dabei ein wichtiges Element sein.“

Zusätzlich wird Rechtsanwalt Andreas Elsäßer von Schultze & Braun als Chief Restructuring Officer die Geschäftsleitung unterstützen. Der erfahrene Sanierungsfachmann begleitet Nolte durch das gesamte Verfahren. „Nolte-Möbel ist ein innovatives Unternehmen mit Perspektive, dessen Produkte stimmen und dessen Auftragsbücher gut gefüllt sind“, erklärt Elsäßer. „Die Produktion und die Auslieferung an Kunden laufen ungehindert weiter. Wir werden die notwendigen Gespräche mit Lieferanten und Kunden unverzüglich aufnehmen, um gemeinsam mit ihnen und dem vorläufigen Sachwalter das Unternehmen wieder auf eine belastbare Basis zu stellen.“

Als Ursache der wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt das Unternehmen die Branchenveränderungen, unter denen die gesamte deutsche Möbelindustrie leidet. „Die Nolte-Möbel GmbH & Co. KG erwirtschaftet derzeit jährlich einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro. In den Hochzeiten der deutschen Möbelwirtschaft waren es einmal 110 Millionen Euro“, erklärt Elsäßer. Grund der Umsatzrückgänge sei vor allem der Preisdruck durch osteuropäische Wettbewerber und auch der Trend zu Boxspringbetten. Nolte beschäftigt aktuell 210 Mitarbeiter.

„Die Gesellschafter-Familie hat in den vergangenen Jahren hohe Summen in das Unternehmen investiert, um es fit zu machen für die Veränderungen“, berichtet Elsäßer. „Aber der Druck der Konsolidierung am Markt war einfach zu groß. Im Sanierungsverfahren haben wir nun weitere Instrumente an der Hand, die außerhalb einer Eigenverwaltung nicht zur Verfügung stehen. Wir werden zweigleisig vorgehen: Zum einen werden wir den begonnen Weg der Restrukturierung fortsetzen und einen Insolvenzplan erarbeiten. Zum anderen werden wir intensiv nach möglichen Investoren für das Unternehmen suchen.“

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