Steinhoff

Schwere Schlappe vor Gericht

Der schwer angeschlagene Möbelriese Steinhoff hat im Amsterdam einen Rechtsstreit mit XXXLutz-Eigentümer Andreas Seifert verloren. Der Konzern habe die Ergebnisse der deutschen Möbelkette Poco zu Unrecht voll in sein Zahlenwerk eingerechnet, entschied die Wirtschaftskammer des Amsterdamer Gerichtshofs am Montagabend, wie Steinhoff in einer Meldung mitteilte. 

Poco gehöre Steinhoff bis heute nur zur Hälfte. Das hätte in der Bilanzierung berücksichtigt werden müssen, argumentierten die Richter. Steinhoff hatte dagegen Umsatz und Gewinn der profitablen Möbelkette komplett in seine Ergebnisrechnung einbezogen. Damit gab das Gericht der OM Handels GmbH Recht, der Poco laut Handelsregister bis heute zur Hälfte gehört. Hinter der OM Handels GmbH steht der Eigentümer der österreichischen Handelskette XXXLutz, Andreas Seifert.

Hintergrund des Verfahrens ist ein Streit mit Seifert um Poco. Steinhoff und XXXLutz hatten die Kette gemeinsam gekauft, sich dann aber entzweit. XXXLutz-Eigentümer Andreas Seifert hat mehrere Verfahren eingeleitet, weil er sich von Steinhoff aus dem Unternehmen gedrängt fühlt. Ein Gerichtsverfahren, wem Poco gehört, ist beim deutschen Landgericht in Dortmund anhängig.

Der in Amsterdam verhandelte Fall ist laut dem Newsportal „Die Presse“ aber nur ein Teil der juristischen Auseinandersetzungen mit XXXLutz. In Wien ist beim Handelsgericht eine ähnliche Klage um die Eigentumsverhältnisse am französischen Möbelhändler Conforama anhängig. Zudem geht die Staatsanwaltschaft in Oldenburg dem Verdacht nach, dass Steinhoff überhöhte Umsätze gebucht habe.

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