MFO Matratzen

Schutzschirmverfahren beantragt

Restrukturierung notwendig: Die Matratzen Direct AG musste am vergangenen Freitag beim Amtsgericht Köln ein Schutzschirmverfahren beantragen. Dieser Schritt war nötig geworden, weil ein Kreditinstitut unerwartet den Kreis der Kreditgeber verlassen hat. Das Unternehmen, das bundesweit über 265 Matratzen-Fachmärkte verfügt, soll nach eigenen Angaben uneingeschränkt fortgeführt werden. Zudem sei die Zahlung der Löhne und Gehälter der 565 Beschäftigten sichergestellt.

„Die Matratzen Direct AG verfügte zum Antrag über ausreichende Liquidität, um alle fälligen Verbindlichkeiten zu erfüllen“, betont Vorstand Mirco Rode, der vor einem Jahr für die Restrukturierung ins Unternehmen geholt wurde. „Unser Ziel ist es, das Schutzschirmverfahren zu nutzen, um das unternehmerisch erfolgreiche Restrukturierungskonzept weiter zu verfolgen.“

Mit an Bord ist nun die Kanzlei Lambrecht. „Das Schutzschirmverfahren ist ideal für die Neuaufstellung von Filialbetrieben, bei denen die überwiegende Zahl der Filialen profitabel und gut läuft“, so Rechtsanwältin Annamia Beyer, die das Verfahren federführend betreut. Zum vorläufigen Sachwalter hat das Amtsgericht Stefan Conrads von der Pluta Rechtsanwalts GmbH bestellt.

Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren einige Veränderungen durchlebt. Nachdem der Bundesgerichtshof im November 2013 entschieden hatte, dass die Bezeichnungen „Factory Outlet” bzw. „Outlet” im Namen der MFO Matratzen Factory Outlet AG „irreführend und wettbewerbswidrig” seien und deshalb nicht mehr verwendet werden dürfen, hatte das Unternehmen in Matratzen Direct umfirmiert. Mitte 2016 gab es eine erneute Umbenennung. Seitdem heißt die AG weiterhin Matratzen Direct, die Filialen aber MFO Matratzen. Dabei sei MFO jedoch eine „abstrakte Buchstabenfolge“.

Grund dafür war die Positionierung: „Wir bedienen mit einer sehr guten Beratung das günstige bis mittlere Preissegment. Doch das Matratzen-Direct-Logo sendete mit seinem edleren Look die falschen Signale aus. Darüber hinaus ist der gelbe Hintergrund aufmerksamkeitsstärker als der schwarze. Inmitten der Werbung anderer Filialisten fällt die neue Außenwerbung viel stärker auf“, so Mirco Rode im Mai 2016. Zwar habe es den Versuch gegeben, auch hochpreisige Produkte anzubieten. Doch davon hatte sich das Unternehmen wieder verabschiedet.

Diese Seite teilen