Anne Steffens-Springer - hier in einer ihrer Filialen - freut sich über den Sonder-Kreativpreis des Mittelstandsverbundes, eine Skulptur des Künstlers Florian Balze.

Mittelstandsverbund ZGV

Schuhhaus wird zum Vorbild im Krisenmanagement

Die Corona-Pandemie stellte durch Lockdown und die fehlende Öffnungsperspektive fast alle Akteure der deutschen Wirtschaft, besonders den Mittelstand, vor große Herausforderungen, ließ aber einige über sich hinauswachsen. Um dieses Engagement entsprechend zu würdigen, zeichnete der Mittelstandsverbund ZGV im Rahmen der „Peak piccolo“ am 12. Mai das Schuhhaus Steffens aus Armstorf mit dem Sonder-Kreativpreis aus.

Das Familienunternehmen hat wie andere auchaus der Not eine Tugend gemacht, sein Geschäftsmodell angepasst und auf kreative Weise neue Absatzkanäle erschlossen. Die Entscheidung über den Sieger wurde dabei von einer sechsköpfigen, unabhängigen Jury getroffen. Ohne Zweifel erfordert die schnelle Umorganisierung des eigenen Unternehmens neben einem hohen Maß an Kreativität auch viel Engagement, Durchhaltevermögen sowie eine große Portion Mut. „Der Gewinner des diesjährigen Kreativpreises – das Schuhhaus Steffens (Mitglied der ANWR Group eG) und allem voran die Inhaberin Anne Steffens-Springer – hat es geschafft, diese Attribute miteinander zu vereinen und innerhalb kurzer Zeit auf die neuen Anforderungen zu reagieren“, lobte der Mittelstandverbund ZGV heute in einer Pressemitteilung. 

Mit Beginn des ersten Lockdowns 2020 wurden innerhalb weniger Tage die Filialen mit Handys ausgestattet. Ziel war es, für die Kunden wie „Freunde“ rund um die Uhr erreichbar zu sein. Beratung und Fragen wurden über Bilder, Sprachnachrichten, etc. abgewickelt. Die Filialen wurden über WhatsApp Business mit ihrem Angebot abgebildet. Auch ein Onlineshop, der in Kombination mit der Telefonberatung sehr intensiv genutzt wurde, war innerhalb kurzer Zeit aufgebaut. Die Werkstatt des Schuhhauses wurde durch den Schuhmacher ebenfalls sehr schnell online präsentiert, wodurch die Bekanntheit der Werkstatt enorm gesteigert und der Umsatz trotz Lockdown gehalten werden konnte. 

Durch tägliche Posts auf Facebook und Instagram sowie liebevoll gestaltete Newsletter konnte außerdem die Online-Community des Schuhhauses enorm vergrößert werden. Ein besonderes Highlight waren die im Dezember 2020 über WhatsApp organisierten Schuhpartys. Diese erfreuten sich mit über 250 Live-Teilnehmern großem Zuspruch. Weitere Aktionen wie regelmäßige Gewinnspiele vor allem für Kinder sowie Wundertüten zu Ostern wurden ebenfalls sehr positiv angenommen.

Besondere Aufmerksamkeit erlangte das Schuhhaus Steffens aber mit dieser einmaligen Aktion: Die Inhaberin Anne Steffens-Springer richtete sich mit einem offenen, kritischen Brief an die Bundeskanzlerin Merkel und lud diese zum Schuhkauf in ihrem Geschäft ein, um sich vor Ort einen Eindruck der Situation zu verschaffen. Diese ungewöhnliche Einladung wurde zum gelungenen PR-Coup, der dem Schuhhaus Steffens zusätzliche Aufmerksamkeit und Zuspruch verschaffte.  

Trotz der herausfordernden und arbeitsreichen Zeit, kamen aber auch die Mitarbeiter des Schuhhauses nicht zu kurz. Um das Engagement der Kolleg:innen zu würdigen, wurde allen Heiligabend und Silvester als bezahlte Freizeit und eine verdiente Auszeit mit der Familie geschenkt. Des Weiteren gab es regelmäßige Videokonferenzen die MitarbeiterInnen wurden mit einem monatlichen Dankeschön (z.B. Präsentkorb, Gutscheine) belohnt.

So viel Engagement, gepaart mit Kreativität und Lebensfreude muss belohnt werden, findet auch Jury-Mitglied Michael Gerling: „Das Schuhhaus Steffens ist ein schönes Beispiel für Unternehmertum. In den schwersten Zeiten das Unternehmen umzukrempeln und alles zu versuchen, um im Markt zu bleiben. Sehr lobenswert.“ 

Auch Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann, der den Preis verlieh, würdigte den vorbildlichen Umgang des Schuhhauses Steffens mit einer außerordentlich herausfordernden Situation.  

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