Karstadt Einrichtungshaus Hamburg

Schließt nächstes Jahr

Wieder verschwindet ein Traditionshaus vom Markt: Ende März schließt das Hamburger Karstadt Einrichtungshaus nach einem Vierteljahrhundert seine Türen. Für die 90 Mitarbeiter sollen sozialverträgliche Lösungen erarbeitet werden, wenn möglich finden

Wieder verschwindet ein Traditionshaus vom Markt: Ende März schließt das Hamburger Karstadt Einrichtungshaus nach einem Vierteljahrhundert seine Türen. Für die 90 Mitarbeiter sollen sozialverträgliche Lösungen erarbeitet werden, wenn möglich finden sie an anderer Stelle im Konzern einen neuen Job. Geschäftsführer Norbert Bullmann zu den Hintergründen: "Durch die Standortbedingungen haben wir seit Jahren defizitär abgeschlossen." Karstadt hatte seit 1977 das 10.000 qm Haus im Einkaufszentrum an der Hamburger Straße angemietet – neben sinkenden Umsätzen waren die mit der Miete verbundenen hohen Betriebskosten ausschlaggebend für das Aus. Letztendlich führte aber der massive Umsatzrückgang im letzten Jahr zu der Entscheidung, die Großmöbel in Hamburg aufzugeben. "Wir waren als Großflächenanbieter zu klein und als Spezialist zu groß", zieht Bullmann das traurige Fazit. "Wir haben zwar versucht, unsere Strategie zu finden, aber offenbar wurde dies vom Käufer nicht honoriert." Vor allem mit besonderen kulturellen Events machte sich das Team um Norbert Bullmann einen Namen. Diese sollen im benachbarten Karstadt Warenhaus weitergeführt werden.
Die freiwerdende Fläche will die Eigentümerin der Immobilie, die Firma Hermann Friedrich Bruhn, nutzen, um die Attraktivität des EKZ zu erhöhen.
Mit dem Wegfall der Hamburger Filiale existiert damit nur noch ein Einrichtungshaus von Karstadt. Der Standort Theresienhöhe, München, steht laut Elmar Kratz, Leiter Unternehmenskommunikation der Karstadt Warenhaus AG, allerdings nicht zur Disposition. "Dort besitzen wir eine eigene, hochwertige Immobilie. Die Schließung des Standortes Hamburg ist eine lokale Entscheidung. Karstadt hält weiterhin an Großmöbeln fest."
Mit dem Aus an der Hamburger Straße wird die Auswahl an Möbelgeschäften mit gehobenem Sortiment in der Innenstadt eng. Fragt sich, wer durch den Wegfall der Flächen profitiert. Vor allem die Top-Einrichter könnten den High-End-Kuchen neu unter sich aufteilen: Cramer mit mehr Potenzial für den Verkauf von Brühl und Völker Design, Die Wäscherei mit einem Plus für Machalke, Möbel Schulenburg besitzt in Hamburg bereits die größte Kompetenz in Sachen Rolf Benz. Nichts desto trotz: Der Hamburger Speckgürtel gewinnt in Sachen Möbeln dadurch noch stärker an Bedeutung, die Innenstadt verliert.