ICSID Kongress in Hannover

Schlechter Zeitpunkt

Um die Positionsbestimmung des Designs drehte sich der ICSID-Kongress, der heute in Hannover zu Ende geht. Der Weltdachverband der Designinstitutionen tagte erstmals seit seiner Gründung im Jahr 1957 in Deutschland.

Um die Positionsbestimmung des Designs drehte sich der ICSID-Kongress, der heute in Hannover zu Ende geht. Der Weltdachverband der Designinstitutionen tagte erstmals seit seiner Gründung im Jahr 1957 in Deutschland. Kein günstiger Zeitpunkt, wie die Teilnehmerzahl bitter demonstrierte. Kaum 650 Gäste konnte die iF International Forum Design trotz eines gelungenen und umfangreichen Rahmenprogramms in die niedersächsische Landeshauptstadt locken. Wobei die deutsche Designszene sich am deutlichsten zurückhielt. Nur wenige Kreative schienen an dem Kongress-Thema (Design im Spannungsfeld zwischen Industrie und den Interessen der Nutzer) interessiert zu sein. Zu groß sind wohl die Probleme vor der eigenen Tür. Dabei gab es durchaus Motivierendes und für die Praxis Relevantes zu hören. So erlaubte die Trend-Visionärin Li Edelkort dem Forum einen Blick in die Lifestyle-Welten von morgen. Die Zukunft sieht ihrer Meinung nach handfest aus. Leichtigkeit tritt in den Hintergrund. Eine gewisse Schwere wird die Produktwelt von morgen bestimmen. Außerdem dürfte das Echte, Handwerkliche ein Revival erleben und auch Folkore im Mix mit modernem Design ist bald en vogue.