AGR
Scharfe Kritik am Förderprogramm „KlimaWildnis“
Das Bundesumweltministerium (BMUV) setzt mit mehreren Millionen Euro Steuergeldern neue Maßstäbe in der Verhinderung des Waldumbaus. Das Förderprogramm „KlimaWildnis“ besteht bereits seit November und stellt laut BMUV ein kalkuliertes Fördervolumen
Das Bundesumweltministerium (BMUV) setzt mit mehreren Millionen Euro Steuergeldern neue Maßstäbe in der Verhinderung des Waldumbaus. Das Förderprogramm „KlimaWildnis“ besteht bereits seit November und stellt laut BMUV ein kalkuliertes Fördervolumen im zweistelligen Millionenbereich bereit, um Waldflächen ab 25 Hektar zum Zweck der Stilllegung anzukaufen. Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz (AGR) kritisiert diese neue Förderung scharf.
Am 16. Dezember fand ein Informationsseminar der „Zukunft Umwelt Gesellschaft“ (ZUG) statt, die vom BMUV mit der Umsetzung des „Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz“ beauftragt wurde. Das Thema: Die Umsetzung der Förderrichtlinie „KlimaWildnis“. Mit der Richtlinie, die seit dem 6. November 2024 in Kraft getreten ist, wird der Ankauf und die Stilllegung von Moor- und Waldflächen gefördert. Zielgruppen für die Förderung sind insbesondere Gebietskörperschaften und gemeinnützige Organisationen, die beliebige Waldflächen von mindestens 50 Hektar oder 100-jährige Laubwälder ab 25 Hektar dauerhaft unbewirtschaftet lassen. Der Verzicht auf eine Bewirtschaftung wird dabei rechtlich bindend im Grundbuch verankert.
Die AGR sieht darin eine massive Fehlentscheidung mit weitreichenden Folgen. Denn „mit der neuen Förderrichtlinie wird der Gesellschaft ein zentraler Rohstoff entzogen, der als nachwachsende Ressource für den Klimaschutz und die Gesellschaft unverzichtbar ist. Der dringend benötigte Waldumbau wird mit staatlichen Mitteln blockiert“, so die Arbeitsgemeinschaft.
Die gezielte Stilllegung 100-jähriger Laubwälder zeigt die unausgesprochenen Zielkonflikte des Umweltministeriums: „Seit Jahren setzen Waldbesitzer die politischen Vorgaben um, Laubmischwälder anzulegen und klimaresilient umzubauen. Gleichzeitig werden die Stimmen der industriellen Holznutzung, statt der thermischen oder energetischen Verwendung, immer lauter. Doch sobald diese Wälder nach jahrzehntelanger Pflege wirtschaftlich genutzt werden können, sollen sie stillgelegt werden. Das zerstört das Vertrauen in die Politik und untergräbt die Versorgungssicherheit der Holzindustrie“, kritisiert der Sprecher der AGR, Dr. Carsten Merforth. „In einer Zeit, in der die Nachfrage nach nachhaltig produziertem Holz auch als Ersatz für nichtnachhaltige Produkte wie Beton, Zement und Ziegel steigt, setzt das BMUV auf eine ideologisch motivierte Stilllegungspolitik. Das ist nicht nur ein falsches Signal, sondern schlichtweg skandalös“, stellt Dr. Merforth dar.
Das Programm sei auch aus klimapolitischer Sicht mehr als fragwürdig: Aktiv bewirtschaftete Wälder binden durch kontinuierliches Wachstum und die Nutzung der Holzprodukte langfristig mehr Kohlenstoff. Mit der Stilllegung werden diese positiven Effekte für den Klimaschutz verhindert. Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik hat zu den waldpolitischen Schlussfolgerungen aus der Bundeswaldinventur noch einmal deutlich auf die Gefahren verwiesen, mit der Einstellung der Waldbewirtschaftung Klimaschutz betreiben zu wollen.
Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz fordert das BMUV auf, die Förderrichtlinie „KlimaWildnis“ zu stoppen und stattdessen Maßnahmen zu fördern, die den nachhaltigen Waldumbau sowie die Nutzung des klimaschonenden Rohstoffes Holz in den Vordergrund stellen.

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