Caroline Deschaumes zu den Hintergründen des Cauval-Sanierungsverfahrens.

Cauval

Sanierungsverfahren eingeleitet - Caroline Deschaumes erklärt exklusiv die Hintergründe

Seit Montag läuft bei der Cauval-Gruppe in Frankreich, zu der auch Dunlopillo gehört, ein Sanierungsverfahren. Mitgesellschafter Gilles Silberman musste diesen Weg gehen, weil die geplante Übernahme durch das portugiesische Unternehmen Aquinos in letzter Sekunde gescheitert war. Wie Caroline Deschaumes, zuständig für das internationale Geschäft, gegenüber moebelkultur.de betonte, gab es im September 2015 die Erklärung zur Übernahme, die im Januar vertraglich festgelegt wurde. Anfang Februar wollte Aquinos dann überraschend neu verhandeln, „zu Bedingungen, die Gilles Silberman nicht akzeptieren konnte“. Deshalb seien die Portugiesen abgesprungen.

Cauval hatte allerdings fest mit dem vereinbarten Kapitalfluss gerechnet. Es ging um 12,5 Mio. Euro im Februar und 12,5 Mio. Euro im März. Das Geld benötigt die Gruppe dringend, weil den Konzern „enorme Altlasten belasten, die aus der Schließung mehrerer Möbelfirmen vor einigen Jahren resultieren“, so Caroline Deschaumes. Diese Zahlungen stehen nun an. Deshalb verhandelte Silberman kurzfristig mit zwei anderen Interessenten – einem Investor aus Deutschland und einem Investmentfonds aus England. Da es aber keine Einigung gab, wurde der Gang zum Gericht notwendig.

Dort wurde Silberman ein Verwalter an die Seite gestellt, um zu prüfen, wie es weitergehen kann. „Es handelt sich nicht um ein Insolvenz-, sondern um ein Sanierungsverfahren. Das ist in Frankreich etwas anderes“, betont Deschaumes. „Der Staat engagiert sich stark, um angesichts der hohen Arbeitslosenquote im Land den Konzern zu retten.“

Silberman und der Verwalter entscheiden, wie es weitergeht. Entweder wird ein Investor für die ganze Gruppe oder für einzelne Firmen gefunden. Eine erste Entscheidung wurde bereits gefällt: Der Produktionsbetrieb Cipal, der noch aus dem Möbelsektor der Gruppe stammt und unter anderem für Simmons fertigt, muss innerhalb der nächsten drei Monate übernommen werden. Sonst wird er liquidiert. Betroffen sind 200 Mitarbeiter.

Das Sanierungsverfahren für die Gruppe läuft sechs Monate. Caroline Deschaumes unterstreicht: „Es wird auf jeden Fall für Cauval weitergehen. Letztlich haben wir nun die gleiche Situation wie im August 2015, bevor Aquinos sich zur Übernahme entschieden hatte. Es gibt also keinen Grund zur Panik.“

Die Cauval-Gruppe erwirtschaftet aktuell einen Gesamtumsatz von rund 380 Mio. Euro und beschäftigt 2.800 Mitarbeiter. Es gibt zwölf Produktionsstätten – sechs in Frankreich und jeweils eine in England, Italien, Deutschland, Polen, Tunesien und Rumänien.

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