Nach Schätzung der EU-Kommission werden durch die Neuregelungen bis 2030 pro Jahr rund 167 Terawattstunden Energie eingespart.

Neue EU-Regeln für Haushaltselektrogeräte

Rund 167 Terawattstunden Energie einsparen

Nicht so medienwirksam wie viele Aktionen von Greta Thunberg und den „Fridays-for-Future“-Anhängern, die erreichen wollen, dass in Sachen Klimaschutz sofort etwas passiert, hat die Europäische Kommission mit der Veröffentlichung neuer Verordnungen für Kühlschränke, Waschmaschinen, Geschirrspüler, Fernseher und Lampen am 5. Dezember die Weichen für mehr Ökodesign und mehr Energieeffizienz gestellt. Rund 167 Terawattstunden Energie werden nach Schätzung der EU-Kommission durch die Neuregelungen bis 2030 pro Jahr eingespart. Das entspricht dem Jahresverbrauch Dänemarks oder über 46 Millionen Tonnen CO2.

„Die Ökodesign-Richtlinie ist nach wie vor eine europäische Erfolgsgeschichte im Hinblick auf Energieeinsparungen und nun auch bezüglich Ressourceneffizienz. Die neuen ehrgeizigen Anforderungen sorgen dafür, dass alle Akteure in der Europäischen Union nach den gleichen Regeln handeln und die Kreislaufwirtschaft vorangetrieben wird“, so Dr. Floris Akkerman, Leiter des Referates Ökodesign und Energieverbrauchskennzeichnung an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).

Erstmals thematisiert die Ökodesign-Richtlinie, die innerhalb der EU die Mindestanforderungen für die umweltgerechte Gestaltung von energieverbrauchsrelevanten Produkten regelt, Standards für die Reparatur- und Recyclingfähigkeit. Ziel ist es, die Lebensdauer der Geräte zu verlängern sowie ihre Wartung, Wiederverwendung und Verwertung zu erleichtern. So sind Hersteller verpflichtet, viele Ersatzteile bis zu zehn Jahre nach dem letzten Inverkehrbringen eines Modells vorhalten, ebenso die Reparaturanleitungen. Geblieben sind die Etiketten mit der bekannten farbigen Skala, die über die Energieeffizienzklasse informieren, allerdings gelten für Haushaltselektrogeräte, die ab Frühjahr bzw. Herbst 2021 für den europäischen Markt produziert oder importiert werden, deutlich strenge Werte.

Das neue Energieetikett werden Kühlschränke, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspüler, Monitore und Fernsehgeräte ab März 2021 tragen und Lampen ab September 2021. Die „Plusklassen“ verschwinden und die Skala reicht wieder von A bis G. Doch die Werte sind so streng, dass die Effizienzklasse A vermutlich zunächst frei bleiben wird. Ein Anreiz für alle Hersteller, um durch weitere Innovationen in den nächsten Jahren wieder in die Spitzenklasse zu kommen. Die bekannte Farbabstufung von Rot bis Dunkelgrün bleibt in neuem Design erhalten. Bestandteil der Etiketten wird ein QR-Code sein: So ist es künftig möglich, mit einem Smartphone zusätzliche Informationen zum jeweiligen Gerät auszulesen, denn er ist er mit der Datenbank EPREL (European product database for energy labelling) verlinkt.

Weitere Infos zum Thema lesen Sie auch in der neuen Ausgabe "der küchenprofi" 3/2019.

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