Steffen AG
Rückschlag bei Sanierung
"Die Leidensgeschichte ist noch nicht zu Ende". So äußerte sich Steffen-Vorstand Clemens Deventer im September gegenüber der möbel kultur (siehe mk 10/2000, S. 14 ff.). Jetzt lud der Schlafzimmer-Hersteller seine
"Die Leidensgeschichte ist noch nicht zu Ende". So äußerte sich Steffen-Vorstand Clemens Deventer im September gegenüber der möbel kultur (siehe mk 10/2000, S. 14 ff.). Jetzt lud der Schlafzimmer-Hersteller seine Aktionäre zu einer außerordentlichen Hauptversammlung am 21. Dezember in die Mastershausener Bürgerhalle ein. Grund: Ein voraussichtlicher Jahresfehlbetrag von über 8,7 Mio. DM. Dies hätten ein Zwischenabschluss vom 30. September und die Planrechnung für das laufende Jahr ergeben, wie der Vorstand in der Einladung an die Aktionäre feststellt.
Mit dem erneuten Anstieg des Fehlbetrages, der 1999 bei 2,3 Mio. DM lag, haben sich die auf der ordentlichen Hauptversammlung im Mai geäußerten Hoffnungen, das Unternehmen sei wieder in ruhigem Fahrwasser angelangt, als trügerisch erwiesen. Steffen – mehrheitlich im Besitz der von der Familie Rauch kontrollierten HGR Kapitalbeteiligungsgesellschaft – bleibt ein Sanierungsfall. "Der Umstrukturierungsprozess bei unserer Gesellschaft dauert an. Die bisherigen Maßnahmen zur vollständigen Sanierung waren nicht ausreichend, so dass weitere Restrukturierungsmaßnahmen für das Erreichen der Gewinnzone erforderlich sind", heißt es in dem Aktionärs-Anschreiben.
Unter Berücksichtigung der Verlustvorträge aus den vergangenen Jahren sowie der Auflösung sämtlicher Kapitalrücklagen verzeichnet Steffen einen vorläufigen Bilanzverlust von rund 8,25 Mio. DM. Angesichts dieser roten Zahlen ist "in absehbarer Zeit nicht damit zu rechnen, dass die Gesellschaft ohne weitere Eigenkapitalmaßnahmen diese Verluste auszugleichen vermag."
Als Sanierungsmaßnahmen empfiehlt der Vorstand in einem ersten Schritt eine Kapitalherabsetzung "um Wertminderungen auszugleichen und sonstige Verluste zu decken" sowie eine anschließende Erhöhung des Grundkapitals gegen Bar- und Sacheinlagen.
Auch die Arbeitnehmer bekommen die verstärkte Schieflage des Unternehmens zu spüren. Zwar ist von Entlassungen noch nicht die Rede, doch tragen die Steffen-Beschäftigten mit "einem zeitlich begrenzten Verzicht auf Vergütungsbestandteile" zur Sanierung bei. Höhe dieses Arbeitnehmerbeitrages: rund 5,86 Mio. DM.

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