Ikea

Riesen-Run auf Einkaufshäuser in Italien

Massenphänomen Ikea – jetzt auch in Italien. Laut eines Berichts des "Kölner-Stadtanzeigers" erfüllt der Einrichtungsriese am Stiefel offenbar einen gigantischen Nachholbedarf. Und das – gegenüber Deutschland – mit 15 Jahren

Massenphänomen Ikea – jetzt auch in Italien. Laut eines Berichts des "Kölner-Stadtanzeigers" erfüllt der Einrichtungsriese am Stiefel offenbar einen gigantischen Nachholbedarf. Und das – gegenüber Deutschland – mit 15 Jahren Verspätung. Zuletzt brach in Bari, bei der Eröffnung des 13. italienischen Einkaufszentrums der Verkehr zusammen.
Das erste italienische Möbelhaus hatte Ikea 1989 in Mailand eröffnet. Mindestens zwei kommen in Italien momentan pro Jahr dazu. Allein 2006 haben 31 von 57 Millionen Italienern bei Ikea vorbeigeschaut. Der Umsatz ist gegenüber 2005 um 24,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gewachsen und damit um sieben Punkte stärker als im Rest der Welt. Interessant auch: Ikea gibt an, das es in Italien mehr ein- als verkauft. Nach China (18 Prozent der Zukäufe) und Polen (14) ist Italien (8) drittgrößter Ikea-Lieferant – noch vor Schweden selbst.
Analysen zufolge steht Ikea in Italien für Erneuerung, Aufbruch, Modernität und Anschluss an die Welt. So haben die Schweden beispielsweise die schwerfällige Bürokratie auf Trab gebracht und revolutionieren mit Teilzeitverträgen nach Maß, Mutterschutz und Wiedereingliederung die italienische Arbeitskultur. Für die rund 400 Jobs in Bari reichten 24.000 Interessenten Bewerbungen ein, davon hatte mehr als die Hälfte einen Studienabschluss.
Als weiteren Grund für den Erfolg Ikeas führt das Wirtschafts- und Gesellschaftsforschungsinstitut Eurispes die Preise an: Laut Eurispes kommt in Italien ein durchschnittlicher Artikel, der 1994 einen Euro gekostet hat, heute auf 1,34 Euro, ein Ikea-Produkt dagegen nur auf 88,5 Cent.