Ikea

Riesen-Medienecho auf Ikeas DDR-Vergangenheit

Egal ob Tagesschau, Spiegel oder die Tagespresse – alle beschäftigten sich am Wochenende und auch heute noch mit den Ergebnissen der Ernst & Young-Studie, die offenbart, dass Ikea in den

Egal ob Tagesschau, Spiegel oder die Tagespresse – alle beschäftigten sich am Wochenende und auch heute noch mit den Ergebnissen der Ernst & Young-Studie, die offenbart, dass Ikea in den siebziger und achtziger Jahren davon gewusst habe, dass politische Häftlinge Möbelteile des schwedischen Konzerns bei Zuliefererbetrieben gefertigt haben. Ikea hatte hierzu am vergangenen Freitag in Berlin Versäumnisse im Umgang mit den damaligen ostdeutschen Zuliefererbetrieben eingeräumt. Zu diesen Betrieben gehörten laut "FAZ" der Volkseigene Betrieb (VEB) Metallwaren Naumburg und der VEB Sitzmöbelwerk Waldheim.
Mit dem von Ernst & Young verfassten Bericht, der aus "Gründen des Datenschutzes nicht veröffentlicht werden dürfe", will Ikea die Sache aber nicht bewenden lassen. Ikea plant, ein Forschungsprojekt der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) mitzufinanzieren.
"Die Welt" verweist in ihrem Bericht von heute darauf, dass zahlreiche weitere westliche Unternehmen die Arbeitskraft der unter inakzeptablen Bedingungen und oft wegen fadenscheiniger Vorwürfe einsitzenden Häftlinge ausgenutzt haben. Auch Quelle oder Neckermann habe von den von Zwangsarbeitern gefertigen Produkten profitiert.
"Spiegel online" berichtet, dass die Studie bereits vor ihrer Veröffentlichung heftige Kritik ausgelöst habe. Der Verein DDR-Opfer-Hilfe warf dem schwedischen Möbelkonzern vor, eine "unwissenschaftliche Show-Veranstaltung" zu inszenieren.
So oder so wird das Thema nicht nur die Möbel-Branche noch länger beschäftigen.