Keine Rettung für Ewald Schillig. Die Verhandlungen mit dem Investor sind gescheitert.

Ewald Schillig

Rettung in letzter Sekunde gescheitert

„Das neue Jahrtausend. Ein Familienunternehmen mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, so heißt es am Eingang zum oberfränkischen Polsterhersteller Ewald Schillig. Eine Zukunft gibt es jetzt nicht mehr. Auf der heutigen Betriebsversammlung überbrachte der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Jochen Zaremba die bittere Nachricht: „Ewald Schillig ist insolvent und daran haben nicht die Mitarbeiter Schuld. Wir hätten 130 Arbeitsplätze retten können. Nun ist es vorbei.“

Die Verhandlungen des Insolvenzverwalters mit der GrundbesitzPartner AG sind kurzfristig gescheitert: „Wir waren uns einig, der Übernahmevertrag war bereits unterschieben. Der Investor wollte das Unternehmen fortführen und 130 Arbeitsplätze erhalten“, so der Insolvenzverwalter. Nur der Mietvertrag musste noch unterzeichnet werden. Dort konnten sich die Unternehmensinhaber und der Investor jedoch nicht einig werden.

Die offene Mietfrage lag in der Entscheidungsgewalt der Immobilieneigentümer und nicht in den Händen des Insolvenzverwalters. Der Investor wünschte einen Zehn-Jahres-Vertrag mit Mietfreiheit im ersten Jahr. Laut Zaremba eine legitime Forderung, denn in das Unternehmen hätte – trotz der bisherigen Sanierungsmaßnahmen – sehr viel Geld investiert werden müssen. „Dieser Investor war die einzige Chance für Ewald Schillig, weiterzubestehen“, sagt der Insolvenzverwalter.

Die GrundbesitzPartner AG hätte 160 Mitarbeiter ungekündigt übernommen und sich mittelfristig auf 130 eingependelt. „Kunden und Lieferanten haben Ewald Schillig bis zuletzt die Treue gehalten, wir haben Aufträge in Millionenhöhe in den Büchern“, erklärte Zaremba und bat die Mitarbeiter, bis zur Ausproduktion noch an Bord zu bleiben. Diese läuft bis zur endgültigen Schließung im November.

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