Felix Schoeller

Restrukturierung und Arbeitsplatzabbau

Die Osnabrücker Felix Schoeller Gruppe hat ein umfangreiches Maßnahmen-Paket geschnürt, um das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Damit reagiert das Unternehmen zum einen auf den Struktur- und Technologiewandel,

Die Osnabrücker Felix Schoeller Gruppe hat ein umfangreiches Maßnahmen-Paket geschnürt, um das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Damit reagiert das Unternehmen zum einen auf den Struktur- und Technologiewandel, der im Bereich der Fotografie die Märkte verändert hat. So ist die Nachfrage nach Fotorohpapieren in den letzten Jahren deutlich eingebrochen. Zum will die Gruppe auf die drastisch gestiegenen Kosten für Rohstoffe, insbesondere Zellstoff und Titandioxid, sowie Energie reagieren.
Das Maßnahmenpaket umfasst Initiativen zur Erhöhung von Absatz und Wertschöpfung, Preiserhöhungen sowie Restrukturierungsmaßnahmen.
Zur Senkung der Kosten werden unternehmensweit rund 300 von insgesamt 2490 Arbeitsplätzen abgebaut. In den Verwaltungsbereichen werden durch Prozessoptimierungen und Restrukturierungsmaßnahmen insgesamt 242 Stellen an allen Standorten der Gruppe wegfallen.
Im Technocell-Produktionswerk Titisee-Neustadt in Baden-Württemberg – einer 100prozentigen Tochtergesellschaft der Felix Schoeller Gruppe – wird eine von zwei Papiermaschinen im Laufe des nächsten Jahres stillgelegt. Das bedeutet die Kündigung für 84 von insgesamt 189 Mitarbeitern zum 1. April 2011.
Nahezu die gesamte deutsche Papierindustrie leidet trotz einer teilweise zufriedenstellenden Auslastung unter einer erheblichen Ertragsschwäche, hervorgerufen durch die drastischen Kostensteigerungen insbesondere beim Rohstoff Zellstoff, bei Hilfsstoffen und bei Energie. So hat sich der Preis für die zur Papiererzeugung notwendigen Zellstoffe innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Der Einkaufspreis für Titandioxid, das zur Dekorpapierfertigung in großen Mengen und hohen Dosierungen als Pigment eingesetzt wird, ist in 2010 um 30 Prozent nach oben geschnellt. Aufgrund der Knappheit von Titandioxid ist mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen. Die Energiekosten für die energieintensive Papierproduktion haben sich innerhalb von zehn Jahren um mehr als die Hälfte verteuert. Hinzu kommen die Pläne der Bundesregierung, an der Steuerschraube für energieintensive Unternehmen zu drehen.