BSH
Rekordausgaben für Forschung und Entwicklung
„Unter den gegebenen Umständen ein akzeptables Jahr“: So äußerte sich Dr. Matthias Metz, CEO der BSH Hausgeräte GmbH, am Donnerstagvormittag auf dem BSH-Jahrespressegespräch vor geladenen Journalist:innen und im global übertragenen
„Unter den gegebenen Umständen ein akzeptables Jahr“: So äußerte sich Dr. Matthias Metz, CEO der BSH Hausgeräte GmbH, am Donnerstagvormittag auf dem BSH-Jahrespressegespräch vor geladenen Journalist:innen und im global übertragenen Livestream. Mit einem Umsatz von 14,8 Mrd. Euro, bereinigt um Wechselkurseffekte, lag die Gruppierung zwar auf Vorjahresniveau. Nominal ging der Umsatz jedoch erwartungsgemäß um sieben Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr zurück.
CFO Dr. Gerhard Dambacher sagte, der Negativkurs gehe nicht nur auf den erwartbaren Rückgang des Kaufinteresses nach der Corona-Sonderkonjunktur zurück, sondern allem voran auf globale Krisen, Kriege und Inflationsgeschehen: „Wir wussten, dass die Nachfrage wieder sinken würde. Aber diese Form der Inflation und Zinslast war nicht zu erwarten.“ Der stark eingebrochene Immobilienmarkt beschere zusätzlich einen drastischen Einschnitt in den Produktabsatz des Einbaugerätesegments.
Deutlich wird dies im Bereich Kochen, also bei Öfen (-10.0 %) und Kochfeldern (-8,9 %), sowie im Bereich Kühlen (-14,1 %) und Geschirrspülen (-3,9 %). Positiv entwickelten sich hingegen der Bereich Wäschepflege (+1,3 %) und der Kundendienst (+6,0 %). Bei den kleinen Hausgeräten (consumerproducts) gab es einen Umsatzrückgang von -7,2 Prozent.
Umsatzrückgang in Europa, USA und China
Volumenrückgänge verzeichnet die BSH nicht nur in Europa mitsamt dem Heimatmarkt Deutschland mit -6,3 Prozent. Auch die wichtige Region Nordamerika (USA/Kanada) verzeichnete trotz stabiler Marktanteile einen Umsatzrückgang von -11,3 Prozent sowie die Region Greater China um -10,5 Prozent.
Trotz der weltwirtschaftlich rückläufigen Entwicklung ergeben sich auch positive Zahlen: Etwa in Südeuropa, wo Umsatzzuwächse erreicht wurden. In der Region Emerging Markets (u.a. Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika) fiel der Umsatzrückgang mit 2,2 Prozent vergleichsweise geringer aus. Ohne Berücksichtigung der vollständig vollzogenen Aufgabe des Russlandgeschäfts konnte die BSH insbesondere durch die positive Entwicklung in der Türkei ein leichtes Umsatzwachstum verzeichnen.
Markenpflege global
In der Jahrespressekonferenz geben sich die fünf Geschäftsführer Dr. Matthias Metz, Dr. Gerhard Dambach, Dr. Alexander Dony, Rudolf Klötscher und Lars Schubert trotz des negativen Umsatztrends betont zuversichtlich. „Im Vergleich zu den Marktbegleitern haben wir deutlich besser abgeschnitten“, sagt Dr. Matthias Metz. „Das haben wir unseren weltweit 60.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und unseren starken Marken zu verdanken.“
Die Markenpflege soll entsprechend ein zentrales Kerninstrument sein, um das wichtige Nordamerika- und China-Geschäft in den kommenden Jahren voranzutreiben. Dort herrsche ein zunehmend aggressiver Preisdruck, der in Nordamerika zu „Rabattschlachten“ geführt habe und in China wiederum von lokalen Mitbewerbern dominiert werde. Der zusätzliche Wechselkurseffekt mit China erschwere den dortigen Absatz, und doch: Dem Land kommt eine überdurchschnittliche Wachstumsrolle zu, die die BSH wahrnehmen will. Dazu soll neben Siemens als Aushängeschild in Fernost künftig auch die Marke Bosch zentral platziert werden. Ebenfalls mit Bosch will man den nordamerikanischen Markt stärker durchdringen.
Rekord-Investitionspaket: 850 Millionen Euro
Das gelingt mit einem globalen Investitionspaket von rund 850 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung sowie einem 600 Millionen Euro-Paket (rund vier Prozent des Umsatzes) für die Produkt- und Wachstumsstrategie in allen Regionen. Das sei nicht nur eine Rekordsumme, sondern auch „eine starke Grundlage für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der BSH, sagt Dr. Gerhard Dambach.
Bereits angestoßen wurde produktionsseitig unter anderem ein neues Service- und Logistik-Zentrum in der Türkei, eine neue Herdfabrik in Ägypten für den afrikanischen Markt sowie eine neue Fabrik in Mexiko, in der ab Mitte des Jahres die ersten Kühlgeräte für den nordamerikanischen Markt vom Band laufen. Zugleich sollen neue Erlebnis- und Design-Zentren in verschiedenen Städten Nordamerikas zum Anlaufpunkt für Kunden wie Partner werden.
„Wir verfolgen einen strategischen Zukunftsfahrplan”, betonte CEO Dr. Matthias Metz. „Damit wollen wir langfristig dem Anspruch gerecht werden, Marktgestalter zu sein.”
Deutschland: „Zum Erfolg des Handels beitragen“
Auch in den deutschen Markt wird investiert: Beispielsweise mit einer Wärmerückgewinnungsanlage im Kühlgerätewerk Giengen, die zugleich eine wichtige Maßnahme in der Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns ist. Ebenso hat die BSH innerhalb der EU im vergangenen Jahr die Ersatzteilverfügbarkeit für Großgeräte auf bis zu 15 Jahre, für Kleingeräte auf bis zu 10 Jahre verlängert. Damit übertrifft der Hausgerätehersteller bei Großgeräten die gesetzlichen Anforderungen in der EU und auch die meisten Wettbewerber deutlich.
Trotz des „herausfordernden Jahres 2023“ sei die BSH nach wie vor profitabel und robust aufgestellt, betont das Unternehmen. Mit starken Innovationen, einem ausgezeichneten Kundenservice und einem klaren Zukunftsfahrplan wolle der Konzern „aktiv zum Erfolg der Partner, auch im Fachhandel, beitragen“. Speziell aus den Schwierigkeiten, die sich seitens der Lieferkettenprobleme ergeben hätten, hätte das Unternehmen gelernt. Gemeinsam mit den Partnern wolle die BSH „in allen Regionen profitabel wachsen, Konsumenten begeistern und auch 2024 den Markt aktiv gestalten“.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren