Kornmüller

“Reisserische Aufmacher helfen uns nicht”

Obwohl aktuell zahlreiche Nachrichtenportale einhellig über die Insolvenz der zu Warendorf gehörenden Tochtergesellschaft Fikomo berichten, gab es bisher kein öffentliches Statement der betroffenen Firmen. Das österreichische Wirtschaftsblatt weiß aus Recherchen

Obwohl aktuell zahlreiche Nachrichtenportale einhellig über die Insolvenz der zu Warendorf gehörenden Tochtergesellschaft Fikomo berichten, gab es bisher kein öffentliches Statement der betroffenen Firmen. Das österreichische Wirtschaftsblatt weiß aus Recherchen bei den Gläubigerschutzverbänden AKV, Creditreform und KSV1870, dass beim Landesgericht St. Pölten über das Vermögen der Fikomo GmbH ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt wurde. Betroffen seien 25 Mitarbeiter und 71 Gläubiger. Die Passiva werden mit 975.000 Euro angegeben.

Als weitere Erklärung ist beim „Wirtschaftsblatt“ online zu lesen: „Fikomo, im Eigentum des deutschen Küchenherstellers Warendorfer stehend, ist die Nachfolgefirma des Küchenmöbelherstellers Kornmüller, der 2009 mit 90 Mitarbeitern und einem Schuldenberg von 7,47 Millionen Euro in den Konkurs geschlittert war. Grund für die nunmehrige Insolvenz: die Umsätze blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Hinzu kam, dass sich die angemieteten Geschäftsräumlichkeiten teilweise als unbrauchbar erwiesen, Investitionen erforderlich waren und weiterhin Sanierungsbedarf bestand. Das Unternehmen beabsichtigt die Produktion in Weistrach einzustellen und nach Slowenien zu verlagern. Der Vertrieb soll am Standort verbleiben, damit ein Sanierungsplan ermöglicht werden kann. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten.“

Während Dr. Henning Walf von der Beteiligungsgesellschft Cobe auf Nachfrage von möbel kultur.de an die Geschäftsführung in Warendorf verwies, ist Henning Kantner derzeit im Urlaub. Per E-Mail erhielt die Redaktion immerhin ein kurzes Statement, das allerdings die Zusammenhänge nicht erhellt. Cobe habe Kornmüller keinesfalls fallengelassen, sondern es gehe um die zukünftige Ausrichtung und das Anpassen von Kosten an ein bestehendes Umsatzniveau. Dazu ergänzt Kantner: „Reisserische Aufmacher helfen uns nicht, und Gerüchte gibt es genug in dieser Branche. Wir versuchen hier etwas Gutes zukunftsfähig zu machen.“