Angeklagt
Prozessauftakt im Fall Rolf Demuth
Gut drei Jahre nach der Insolvenz der Schieder-Gruppe muss sich Gründer Rolf Demuth ab heute vor dem Landgericht Detmold verantworten. Wie der "Tagesanzeiger" berichtet, wirft die Staatsanwaltschaft dem heute 71-Jährigen
Gut drei Jahre nach der Insolvenz der Schieder-Gruppe muss sich Gründer Rolf Demuth ab heute vor dem Landgericht Detmold verantworten. Wie der "Tagesanzeiger" berichtet, wirft die Staatsanwaltschaft dem heute 71-Jährigen besonders schweren Betrug in vier Fällen mit einem dadurch verursachten Schaden von insgesamt 234 Mio. Euro sowie Beihilfe zur Bilanzfälschung und Kreditbetrug vor. Dem Ex-Unternehmer drohen bis zu zehn Jahre Haft.
Demuth hatte seine Firma 1964 gegründet. Schnell wuchs sie zu einem Konzern, der 2007 mehr als 100 Tochterfirmen und weltweit 11.000 Mitarbeiter beschäftigte. Laut Anklage verschlechterte sich die Geschäftslage jedoch. Nach Überzeugung der Ermittler schönten Demuth und drei mitangeklagte Ex-Manager (zwei frühere Geschäftsführer und der ehemalige Leiter der Schieder-Finanzabteilung) deshalb spätestens seit dem Geschäftsjahr 2003/2004 die Finanzen, um die wahren Geschäftsergebnisse zu verschleiern und weiterhin Geld von Banken und Investoren zu bekommen. Im Geschäftsjahr 2004/2005 sei das Ergebnis um fast 20 Mio. Euro, ein Jahr später um mehr als 30 Mio. Euro zu hoch ausgewiesen worden. Dadurch, so die Strafverfolger, hätten Demuth und die Mitangeklagten ihre Geldgeber dazu gebracht, dem Konzern zwischen 2004 und 2007 insgesamt 346 Mio. Euro zur Verfügung zu stellen. Nur ein Bruchteil der Summe soll beglichen worden sein.
Die Ungereimtheiten flogen auf, als 2007 eine neue Geschäftsführung das Ruder übernahm, die Bilanzen prüfte und zur Polizei ging. Demuth wurde daraufhin am 4. Juni 2007 festgenommen und saß mehrere Monate in Untersuchungshaft.
Für den Prozess sind 38 Verhandlungstage angesetzt.

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