GfK-Prognose
Privater Konsum steigt 2016 um 2 Prozent – Absatz günstiger Küchen profitiert vom Flüchtlingszustrom
Der private Konsum bleibt auch 2016 eine wesentliche Stütze für die Konjunktur. Laut GfK werden die Ausgaben hierzulande real um zwei Prozent steigen. Für die gesamte Europäische Union wird ein
Der private Konsum bleibt auch 2016 eine wesentliche Stütze für die Konjunktur. Laut GfK werden die Ausgaben hierzulande real um zwei Prozent steigen. Für die gesamte Europäische Union wird ein Anstieg zwischen 1,5 und 2 Prozent erwartet. Dies gab Matthias Hartmann, GfK-Vorstandsvorsitzender, heute auf einer Pressekonferenz in Nürnberg bekannt. In Deutschland wird der private Konsum demnach etwas stärker wachsen als das Bruttoinlandsprodukt. Gründe dafür sind die niedrigen Energiepreise, die allgemein steigende Wirtschaftskraft und der damit zu erwartende Personalaufbau in vielen Unternehmen.
Die Konjunkturerwartung hat sich in Europa im Laufe des vergangenen Jahres unterschiedlich entwickelt. Vor allem in Nord- und Osteuropa ist der Wert des Indikators gesunken. In den ehemaligen Krisenländern Portugal, Spanien, Italien und auch Frankreich ist er hingegen deutlich gestiegen.
Auch die Anschaffungsneigung der europäischen Verbraucher unterscheidet sich von Land zu Land. Vor allem in Osteuropa sowie in Litauen, Lettland und Griechenland ist der Indikator 2015 gesunken. Einen Anstieg verzeichnen die skandinavischen und westeuropäischen Länder. Besonders deutlich ging die Anschaffungsneigung in Italien und der Tschechischen Republik nach oben. Betrachtet man die absoluten Indikatorwerte am Ende des Jahres 2015, sind die Sorgenkinder Europas nach wie vor Portugal und Griechenland. Indikatorwerte von unter -30 Punkten zeigen, dass die Verbraucher sogar die täglich absolut notwendigen Ausgaben nur schwer leisten können. Auch in Spanien und Frankreich bleibt es schwierig.
Dennoch ist der private Konsum in allen Ländern der Europäischen Union – außer Griechenland – insgesamt um real 2,1 Prozent gestiegen. Die stärksten Zuwächse beim Konsum gab es in Osteuropa und hier besonders in Rumänien. Trotz der schwachen Anschaffungsneigung hat sich der Konsum in den ehemaligen Krisenländern Portugal und vor allem Spanien überaus dynamisch entwickelt.
Im vergangenen Jahr haben die Verbraucher in Deutschland vor allem ihre Ausgaben für den langfristigen Bedarf sowie für den Erlebniskonsum erhöht. So stiegen die Ausgaben für Renovierungen um 9 Prozent. Auch die Möbelindustrie – besonders das Küchensegment – profitierte 2015 von der hohen Konsumlust der Verbraucher. Küchen, die mehr als 20.000 Euro kosten, wurden knapp ein Drittel (+32,5 %) häufiger verkauft als 2014. Im Preisesegment zwischen 10.000 und 20.000 Euro stieg die Menge um knapp ein Viertel (+23,8 %) an. Dafür kauften die Deutschen Küchen im Preissegment zwischen 3.000 und 8.000 Euro seltener ein. Durch den großen Zustrom von Flüchtlingen erfuhr aber laut GfK das Billigsegment einen deutlichen Zuwachs. Küchen bis 2.000 Euro wurden um 5 Prozent häufiger nachgefragt, Küchen zwischen 2.000 und 3.000 Euro sogar um knapp 8 Prozent.

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