Insolvenzverfahren

Praktiker und Max Bahr stehen ab sofort zum Verkauf

Die jeweils zuständigen Amtsgerichte in Hamburg und Saarbrücken haben heute die Insolvenzverfahren über acht Gesellschaften aus dem Praktiker-Konzern, über die Tochtergesellschaft Max Bahr und über die Praktiker AG eröffnet. Die

Die jeweils zuständigen Amtsgerichte in Hamburg und Saarbrücken haben heute die Insolvenzverfahren über acht Gesellschaften aus dem Praktiker-Konzern, über die Tochtergesellschaft Max Bahr und über die Praktiker AG eröffnet.
Die Aussichten für die einzelnen Gruppierungen sind dabei unterschiedlich. Die beste Ausgangssituation haben demnach die Max-Bahr-Märkte: "Die bisherigen Verhandlungen zeigen deutlich, dass Max Bahr weiterhin eine gute Adresse im Baumarktgeschäft ist. Ich bin deshalb sehr zuversichtlich, dass wir, allen voran für die Beschäftigten, eine gute Lösung erzielen werden", sagt Dr. Jens-Sören Schröder, Insolvenzverwalter der 78 Bestandsmärkte von Max Bahr.
Der Insolvenzverwalter der Praktiker-Baumärkte, Christopher Seagon, hatte dagegen bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren angekündigt, dass kein Investor in Sicht sei, der die Baumärkte unter der Marke Praktiker fortführt. Er habe deshalb frühzeitig den Abverkauf an allen Standorten eingeleitet, die gesellschaftsrechtlich an die Marke Praktiker angeschlossen sind. Ziel sei es, die dann leeren Märkte für einen größeren Kreis möglicher Investoren interessant zu machen.
Es gebe momentan aber verschiedene potenzielle Investoren, die "ernsthaftes Interesse" an zahlreichen Praktiker-Standorten haben. So haben Investoren, die Max Bahr aus dem Praktiker-Konzern übernehmen möchten, zusätzlich Interesse an verschiedenen Praktiker-Märkten. Darüber hinaus gebe es Investoren, die mehrere Praktiker-Standorte im Paket übernehmen möchten. Für andere Standorte seien Einzellösungen möglich – sowohl von Baumarktbetreibern als auch von Unternehmen anderer Handelssparten. "Ich sehe aufgrund dieser unterschiedlichen Angebote gute Chancen, dass zahlreiche Praktiker-Beschäftigte weiterhin einen Arbeitsplatz haben werden",
sagt Seagon. Mit ersten konkreten Ergebnissen für die Zukunft von Praktiker-Standorten rechnet
Seagon im Laufe des Oktobers.
Der für die Aktiengesellschaft verantwortliche Insolvenzverwalter Udo Gröner erklärt: "Ich werde ich mich bei allen weiteren Schritten genauso wie bisher mit den beiden Insolvenzverwaltern der operativen Gesellschaften, Christopher Seagon für die Praktiker- Gesellschaften und Dr. Jens-Sören Schröder für die Max-Bahr-Gesellschaften abstimmen. Gemeinsam werden wir den derzeit noch laufenden Investorenprozess begleiten."
Die Vorstände Armin Burger, Ulrich Gehrmann und Thomas Heinitz werden den laufenden Investorenprozess weiterhin "tatkräftig unterstützen". Es werde an einer einvernehmlichen Regelung zur Aufhebung der Dienstverträge gearbeitet. Unabhängig davon bleibe die organschaftliche Stellung der Vorstände im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen bestehen.