Rolf Benz AG
Positive Bilanz – Umwandlung in AG + Co. KG
Die Rolf Benz AG hat ihre Marktposition im vergangenen Jahr weiter ausgebaut. Zusammen mit ihren Beteiligungen kletterte der Umsatz um 3,6% auf 285,8 Mio. DM. Der Ertrag aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit
Die Rolf Benz AG hat ihre Marktposition im vergangenen Jahr weiter ausgebaut. Zusammen mit ihren Beteiligungen kletterte der Umsatz um 3,6% auf 285,8 Mio. DM. Der Ertrag aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit konnte von 15,9 auf 19,9 Mio. DM gesteigert werden. Der ausgewiesene Jahresüberschuss beträgt 9,5 Mio. DM (+40,8%). Diese Zahlen gab das Unternehmen heute auf seiner Bilanzpressekonferenz in Stuttgart bekannt.
Der Vorstandsvorsitzende Carsten Diercks begründet die überdurchschnittlich gute Entwicklung zum einen mit den positiven Ergebnissen auf den Auslandsmärkten. Die Exportquote wuchs von 26,5% auf 27,5%. Zum anderen wirkte sich auch der konsequente Ausbau zur Einrichtungsmarke positiv aus, "insbesondere durch die behutsame, aber kontinuierliche Integration der ergänzenden Produktbereiche rund ums Polstermöbel". Auf der Hausmesse im Herbst wird Rolf Benz erstmals auch ein Schrankprogramm anbieten. Zur Kölner Messe ist dann der Einstieg in das Segment Schlafzimmer geplant. Darüber hinaus haben die Polstermöbel des Nichtmarkenbereichs, die vorwiegend unter dem Handelslabel bmp vertrieben werden, weiter an Bedeutung zugenommen. Durch die Gesamtleistungserhöhung nähert sich die Auslastung der Fertigungskapazitäten auf nahezu 100%.
Die Rolf Benz-Tochter Ruf Bett International konnte ihren Umsatz von 69,5 Mio. DM zwar nicht weiter steigern, jedoch den Ertrag von 1,4 auf 1,6 Mio. DM erhöhen.
Die Investitionen flossen 1999 überwiegend in Produktion, Materialwirtschaft und Organisation. Erst Ende April hatte das Unternehmen den Neubau des Entwicklungszentrums in Betrieb genommen (siehe Online-News vom 3. Mai 2000). Für 2000 sind weitere Investitionen in Höhe von 10 Mio. DM vorgesehen.
Für das laufende Jahr geht der Vorstand von einer weiteren Belebung des Geschäfts aus. "Wir planen ein konzernweites Wachstum von 4% bei einer stabilen Ertragsweiterentwicklung", so Finanzvorstand Walter Seeger. Angepeilt wird ein Umsatz von 300 Mio. DM.
Für die Zukunft kündigte Carsten Diercks darüber hinaus an, der ordentlichen Hauptversammlung am 17. August 2000 die Umwandlung der Gesellschaft in die Rechtsform einer AG + Co. KG vorzuschlagen. Womit das Unternehmen seinen Abschied von der Börse einleitet – und auf die "ausgesprochen schlechte Performance" der Börse für Werte aus der Möbelbranche reagiert. "In den letzten Jahren haben wir feststellen müssen, dass die Börse Lieblinge und Randsortimente kennt. Unternehmen aus unattraktiven Branchen – und als solche muss die Möbelindustrie mit ihren wenigen börsennotierten Werten gesehen werden – haben keine Chance. Selbst dann nicht, wenn sie wie die Rolf Benz AG Jahr für Jahr beste Ergebnisse präsentieren kann." Die Börse biete für Rolf Benz deshalb auch keine Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung. Der Vorstand wird sich deshalb, nach Rücksprache mit unterschiedlichen Beratungsunternehmen, für eine Umwandlung aussprechen. "Die Größenordnung der steuerlichen Effekte ist so einzuschätzen, dass sie einer börsennotierten Kapitalerhöhung – so sie denn möglich wäre – ähnlich ist", begründet Diercks.

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