Das Forte-Ausstellungszentrum in Bad Salzuflen. Foto: Forte

Forte Gruppe

Polnische Regierung fordert Subventionen zurück

Der Forte Gruppe droht eine Rückzahlung staatlicher Subventionen in Höhe von umgerechnet rund 10,2 Mio. Euro sowie 3,32 Mio. Euro Zinsen. Das zum Unternehmen gehörende Holzwerkstoffwerk Tanne hatte das Geld zwischen 2017 und 2020 von der polnischen Regierung erhalten, um in Suwałki ein Werk für Holzwerkstoffe sowie eine Produktionsstätte für Möbel zu errichten. Insgesamt sollte das Unternehmen 130,6 Mio. Euro in das Vorhaben investieren und 910 neue Arbeitsplätze zu schaffen, 61 davon für Personen mit Hochschulabschluss. Für die Investitionen sowie die Einrichtung der Arbeitsplätze wurde ein Zeitfenster bis zum 31. Dezember 2023 eingerichtet.

Bislang hat Tanne zwar Investitionen getätigt und ein neues Holzwerkstoffwerk errichtet, allerdings noch keine Möbelfabrik gebaut. Dadurch ist auch noch nicht die geforderte Anzahl an Arbeitsplätzen entstanden. Die Forte Gruppe begründet das "mit höherer Gewalt, d. h. dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie und deren Auswirkungen auf den Anstieg der Rohstoffpreise sowie einem Rückgang der Marktnachfrage und einer erhöhten Unsicherheit hinsichtlich der Nachfrage in naher Zukunft, die eine rationale Entscheidung über Investitionen in zusätzliche Produktionskapazitäten nicht zulassen." Deshalb forderte sie die polnische Regierung auf, keine negativen Konsequenzen gegen das Unternehmen zu verhängen.

Für das Ministerium für Entwicklung und Technologie sind die Argumente jedoch nicht stichhaltig. Die Nichterrichtung einer neuen Möbelproduktionsanlage bedeute eine Nichteinhaltung der Subventionsvereinbarung, hieß es. Der Verwaltungsrat von Forte hat deshalb beschlossen, eine Rückstellung zu Lasten der Kosten des Jahres 2021 für die mögliche Rückzahlung des Zuschusses mit Zinsen zu bilden.

Gleichzeitig veröffentlichte die Gruppe die Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2021. Demnach beläuft sich der ungefähre Wert der konsolidierten Verkaufserlöse der Gruppe nach vorläufigen Berechnungen auf umgerechnet 87,99 Mio. Euro (379 Mio. PLN, einschließlich 59 Mio. PLN aus dem Verkauf des Überschusses an Möbelplatten, die in der konzerneigenen Plattenfabrik Tanne produziert werden). Die Umsatzerlöse der Gruppe betrugen im vierten Quartal 294 Mio. Euro (1,327 Mrd. PLN), was einem Plus von 14 Prozent entspricht. Der Verkauf von überschüssigen, in Tanne produzierten Möbelplatten außerhalb der Gruppe betrug im vergangenen Jahr 32,58 Mio. Euro (174 Mio. PLN), gegenüber 14,8 Mio. Euro (67 Mio. PLN) im Jahr 2020. Das ist ein Anstieg von 160 Prozent.

Diese Seite teilen