Garant Bad + Haus

Podiumsdiskussion: Geht Bäderbau auch ohne Handwerk?

„Wie wird der Bäderbau digitalisiert?“ – das war das Thema einer Podiumsdiskussion bei Garant Bad + Haus im A3 Forum in Rheda-Wiedenbrück. Der Einkaufsverband hatte im Rahmen seines Partnerevents zum Meinungsaustausch geladen und ein Modell präsentiert, wie die Digitalisierung des Prozesses heute schon ablaufen könnte. Nach eineinhalb Stunden spannender Diskussion war sich das Plenum einig: So könnte passieren.

Branchenjournalist und Moderator Holger Siegel ist mit folgender These ins Thema eingestiegen: „Der Kunde übernimmt mit einem Online-Konfigurator die Badplanung und das Angebot selbst. Das perfekte Aufmaß kommt vom Dienstleister wie in der Küchenbranche mit dem Aufmaß-Scanner. Dann industrielle Maßfertigung aller Komponenten. Das Komplettbad wird schließlich in zwei Tagen beim Kunden durch Monteure – nicht durch Handwerker – aufgehängt. Der Kunde spart dabei Baustellenzeit und Geld.“

Die Diskutanten hielten diesen Input für durchaus realistisch. Podiumsgast Frank Kny, der sich mit der Itek GmbH aus Stammdatenharmonisierung und SHK-Branchensoftware spezialisiert hat, geht von einem Kostenvorteil von bis zu 30 Prozent aus, der sich im Bäderbau allein aus optimierten Prozessen generieren lässt. Entscheidend sei die Sichtbarkeit im Internet. Konfiguratoren mit hinterlegten Expertensystemen seien in der Lage, viel Planungsleistung zu übernehmen und indirekt auf den Kunden zu delegieren.

Marc Schulte, Geschäftsleiter der Garant Bau + Haus Verbundgruppe, sieht es als zentralen Schwerpunkt für seinen Verband, seine mehr als 900 Mitgliedsunternehmen im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit gegen Online-Akteure zu unterstützen. „Unsere Marge steht hier zur Disposition: Branchenfremde Quereinsteiger und einige Marktteilnehmer aus Handel und Industrie machen sich auf, sie uns wegzunehmen.“ Schauplatz des Wettbewerbs seien das Internet und der stationäre Einzelhandel.

„Wir brauchen die perfekte Kombination aus Online- und Offline-Point of Sales, um hier mithalten zu können. Unsere verkaufsaktiven Bäderplaner brauchen einen regionalen Auftritt für ihre Marke und zugleich alle wichtigen Leistungsmerkmale aus der Online-Welt“, so das Fazit des Geschäftsleiters.

Branchen-ErklärerHans-Arno Kloep hält die konsequente Spezialisierung für den einzigen Weg für den stationären Handel, sich im Wettbewerb zu behaupten. „Das Komplettbad als Spezialisierungsfokus ist nicht genug. Spezialisierung muss durch die Brille des Kunden gesehen werden und der bekommt in seinen Augen ein vergleichbares Komplettbad aus dem Internet möglicherweise bald ein Drittel günstiger.“ Weil Kunden Problemlöser wollen, sei die Herangehensweise des Handwerks oft viel zu produktfixiert. „Beim Online-Anbieter fangen die Probleme für den Kunden meist nach Vertragsabschluss an, bei uns sollten sie zu diesem Zeitpunkt aufhören.“

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