AMÖ-Präsident Frank Schäfer, AMÖ-Geschäftsführer Dierk Hochgesang und AMÖ-Vizepräsident Dr. Martin Ahnefeld (v.l.) informierten auf der Jahrestagung in Papenburg über die aktuell angespannte Lage der Logistikbranche.

AMÖ-Jahrestagung/Porta

Pilotprojekt "Entladehelfer" startet heute

Der Fachkräftemangel nimmt in der Logistikbranche immer dramatische Formen an „Bei Neumöbel-Transporten kenne ich keinen, der kein Personal sucht,“ so Dr. Martin Ahnefeld, Vizepräsident des Bundesverbands Möbelspedition und Logistik (AMÖ) und Geschäftsführer der Ahnefeld Möbel-Logistik GmbH, während eines Pressegesprächs im Rahmen der Jahrestagung am 6. und 7. September in Papenburg. Situationsverschärfend ist das rasant steigende Aufkommen im E-Commerce, besonders auch in der Warengruppe „Einrichtung“ von 7,1 auf 8,6 Mrd. Euro (+20,3 %) und Haushaltswaren und -geräte mit einem Plus von 26,5 Prozent auf 3,015 Mrd. Euro.

Deshalb ist die Lage bei den Möbelspediteuren noch kritischer als im Umzugsgewerbe. Bei einer aktuellen Onlineumfrage unter AMÖ-Mitgliedern stufte etwa ein Viertel die Personalsituation als „bedrohlich“ ein, knapp die Hälfte als „schwierig“. Dabei sind viele Unternehmen nicht nur bereit in Personal zu investieren - Stichworte sind hier betriebliche Altersvorsorge, überbetriebliche Leistungen z. B. bei Urlaub, Kostenerstattung für den Führerschein -, sondern auch Abstriche bei der Qualifikation bzw. mangelnden Sprachkenntnissen der Bewerber in Kauf zu nehmen (gut 50 %, bzw. 65 %), erklärte AMÖ-Präsident Frank Schäfer.

Um Optimierungspotenziale über die gesamte Wertschöpfungskette zu nutzen, hat die Zukunftsinitiative Möbellogistik (ZIMLog) bereits 2017 unternehmensübergreifende Standards verabschiedet. Heute startet das im Rahmen der ZIMLog entwickeltes sechswöchiges „Pilotprojekt Entladehelfer“, das gemeinsam mit Porta Möbel in Vennebeck bis zum 19. Oktober getestet wird. Dabei stellt ein Personaldienstleister zwei im Vorfeld ausgebildete Entladehelfer bereit. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit zukünftig auf einen Beifahrer bei der Anlieferung von Möbeln verzichtet werden kann, sofern dieser nur als Unterstützung für die Entladung benötigt und nicht als zweiter Fahrer eingesetzt wird. Anstelle des mitfahrenden Mitarbeiters sollen so genannte Entladehelfer vor Ort mit anpacken. Bei dem Einsatztest spielen auch der Umgang mit Verspätungen und Wartezeiten an der Rampe eine wesentliche Rolle.

Mehr zum Pilotprojekt und zu der Jahrestagung lesen Sie in der nächsten Ausgabe der „möbel kultur“.

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