Visionär der Branche

Peter Segmüller gestorben

Im Jahr des 100-jährigen Bestehens des Möbelhauses Segmüller ist einer der wesentlichen Akteure der Firmengeschichte gestorben. Peter Segmüller starb vergangene Woche im Alter von 83 Jahren.

Peter Segmüller ist 22. Oktober 2025 im Alter von 83 Jahren gestorben. (Foto: Segmüller)

Es gibt Menschen, deren Lebensweg untrennbar mit ihrer unternehmerischen Leidenschaft verbunden ist. Peter Segmüller war so ein Mensch – begnadeter Business-Visionär und umsichtiger Familienvater. Mit ihm geht eine Persönlichkeit, die das wirtschaftliche Geschehen der Wirtschaftsregion Schwaben und die deutsche Möbelbranche so nachhaltig geprägt hat wie nur wenige andere.

Visionär, Freund und Mensch mit Haltung

Peter Segmüller war ein Mann permanenter Aktivität. Wenig im Rampenlicht der Öffentlichkeit, umso mehr in den Gefilden des mit seinen Brüdern Hans und Paul aufgebauten Möbelimperiums. „In seiner aktiven Zeit zuständig für Marketing, Einkauf, Verkauf, Finanzen und Personalentwicklung verstand er es, Menschen zu begeistern, ihnen zuzuhören und sie mitzunehmen“, heißt es in einem Nachruf. Seine Gespräche seien stets geprägt gewesen von Charme und Verstand, gepaart mit hintersinnigem Humor.

Nach seinem Abitur am humanistischen Gymnasium bei St. Stephan, dem Wehrdienst bei der Bundeswehr und seiner Studienzeit in Köln trat er 1967 in die elterliche Firma ein. Gemeinsam mit seinen Brüdern Hans und Paul formte er daraus eines der bedeutendsten Möbelunternehmen Europas. Aus einem kleinen Polstermöbelhersteller entstand ein Handelskonzern mit heute rund 4.000 Mitarbeitenden.

Peter Segmüller galt früh als Vordenker der Branche. Schon 1980 setzte das Unternehmen mit dem ersten großen Einrichtungshaus in Friedberg neue Maßstäbe – damals 15.000 qm Verkaufsfläche (heute 50.000 qm), ein vollumfängliches Sortiment, mutige Werbung. Unter Peter Segmüllers Federführung entstand die erste Panoramaanzeige auf einer durchgehenden Doppelseite in der Augsburger Allgemeinen. Der Bekanntheitsgrad stieg und stieg. Peter Segmüller entwickelte ein bis dahin nicht gekanntes Verständnis von Eventmarketing. Heute für viele als selbstverständlich erachtete Attraktionen wie Bierzelte, Hüpfburgen und Karussells sowie kulinarische Highlights vor den Möbelhäusern Ergebnis seiner Kreativität.

Segmüller-Möbelhäuser wurden zu Erlebniswelten. Egal ob Friedberg, Parsdorf, Weiterstadt, Mannheim oder Nürnberg – jedes Haus ein Stück Unternehmenskultur „à la Segmüller“. Dabei legte der Verstorbene Wert auf beste Beratung, Warenpräsentation und Sortimentsbreite. Sein permanenter Kampf um die günstigsten Preise am Markt war „legendär“. Für seine unternehmerischen Leistungen erhielt Peter Segmüller 2016 gemeinsam mit seinen Brüdern Hans und Paul den Bayerischen Gründerpreis für das Lebenswerk. Im Jahr 2012 hatte er, genauso wie seine Brüder, seine Aufgaben an die nächste Generation übergeben.

Doch wichtiger als Zahlen war ihm immer der Mensch. Er kannte viele seiner Mitarbeitenden persönlich, förderte, forderte – und lebte vor, was er von anderen erwartete: Zuverlässigkeit, Leidenschaft, Freude an der Arbeit. Daneben zog sich eine Liebe zur Musik durch sein ganzes Leben. Ob Klassik oder Jazz – er saß mit Freude am Piano und traf sich regelmäßig mit befreundeten Musikern. An Peter Segmüllers Seite wirkte Ehefrau Sabine. Sie gab ihm in all den Jahren Rückhalt und Ruhe, war die Konstante in seinem Leben voller Dynamik, seine Vertraute.