Warendorf

Perspektiven zum Neustart

Dass am 11. Juni der Kaufvertrag mit einem asiatischen Investor aus Hongkong für Warendorf- Die Küche geschlossen wurde, ist inzwischen bekannt. Die Übertragung des Geschäftsbetriebs wurde daraufhin offiziell zum 1. Juli 2019 an den neuen Inhaber erfolgt.

In einem Kundenschreiben gibt es nun nähere Informationen. So werden die Investoren namentlich mit „Familie Wang“ bezeichnet. Ihr Wunsch sei, als strategischer Investor bewusst im Hintergrund zu bleiben. Gleichwohl stehen die Investoren bereits seit Jahren in Kontakt mit dem Unternehmen. Grundlegende Maßnahmen, wie der Ankauf der bisher geleasten Maschinen und der Abschluss eines langfristigen Mietvertrags mit dem Vermieter der Immobilie, wurden bereits umgesetzt und erste Investitionen in neue Maschinen, Anlagen und Instandhaltung bestätigt. So heißt es weiter. In einer Übergangsphase wird das Unternehmen zwar zunächst Warendorf Küchenfabrik GmbH heißen, soll aber in zwei bis drei Monaten wieder zur bekannten Firmierung Warendorf – Die Küche GmbH wechseln.

Stefan Hofemeier als Geschäftsführer wird weiterhin an der Spitze bleiben. Zwar sind einige Mitarbeiter inzwischen nicht mehr an Bord (insgesamt sind es jetzt 79), doch sowohl Michael Papenkordt als Produktionsmanager als auch Hennie van den Akker als Exportleiter werden sich für das Küchenunternehmen weiterhin engagieren. Das Management für die DACH-Region, bis dato durch Christian Placho (seit 1. Juli bei Leicht), wird vorerst auf die Vertriebsmannschaft verteilt.

Der Name Warendorf wird auch künftig als Anbieter im Premiumsegment positioniert. Auch das Retailgeschäft D-A-CH mit dem Fachhandel als Partner bleibe eine wichtige Säule und soll weiter ausgebaut werden. In den vergangenen zwei Jahren konnten gute Erfolge bei der Neukundengewinnung und der Platzierung von Musterküchen erzielt werden, und selbst während der Insolvenzphase blieb die Auftragslage vielversprechend stabil, so heißt es in dem Schreiben. Die zweite Säule, Retail Export, wird ebenso weiter vorangetrieben und das Projektgeschäft in Asien als drittes Geschäftsfeld wird überdies durch den neuen Inhaber gestärkt.

Zur Herbstmesse hierzulande wird sich Warendorf – Die Küche erneut auf Gut Böckel präsentieren: Die Neuheiten sollen den weiterhin hohen Produktanspruch und gleichzeitig das Signal für den Neubeginn dokumentieren.

Nachtrag vom 29. Juli:

In einer Pressemitteilung bestätigt Insolvenzverwalter und Pluta-Sanierungsexperte Stefan Meyer, dass die Bedingungen für die Warendorf-Übernahme erfüllt sind, somit der Vertrag wirksam wird und die Investorenlösung planmäßig umgesetzt werden kann. Die neu gegründete Gesellschaft unter dem Namen Warendorf Küchenfabrik GmbH werde vom Geschäftsführer Stefan Hofemeier in enger Abstimmung mit Vertretern des chinesischen Investors geleitet.
Zitat aus der Presseinfo:
"Für die wirksame Übernahme war zuletzt noch der formelle Abschluss des Sanierungstarifvertrages und eine darauf beruhende Betriebsvereinbarung notwendig. Beide zuletzt noch offenen Erfordernisse aus dem Übertragungsvertrag sind demnach erfüllt worden."

Meyer bedankt sich nochmals bei allen Beteiligten: "Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall waren stets konstruktiv und zielführend, wenngleich die Positionen von Arbeitnehmervertretern und Investor naturgemäß deutlich unterschiedlich gewesen sind. Die jetzt geschlossenen Vereinbarungen (Sanierungstarifvertrag und Betriebsvereinbarung) sind daher ein sehr erfreulicher Abschluss des Investorenprozesses."

In den vergangenen Tagen wurden alle notwendigen Abgrenzungsarbeiten und auch eine Inventur des Vorratsvermögens durchgeführt. Auch die Kaufpreiszahlung, über deren Höhe die Parteien Stillschweigen vereinbart haben, ist zwischenzeitlich erfolgt.
 

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