Der Trend Council der Heimtexstil ermittelte diesmal per Videokonferenz die Trends für 2021. Foto: Pietro Sutera.

Heimtextil

Per Video-Konferenz die Trends ermittelt

Nie war der Blick in die Zukunft von solch großem Interesse wie gegenwärtig. Wie die Krise das Interior Design beeinflusst, welche Innovationen unser Leben in Zukunft bereichern und welche Trendthemen uns im nächsten Jahr beschäftigen – dazu stellte der Heimtextil Trend Council kürzlich bei einem digitalen Zusammentreffen eine Prognose auf. In einer Reihe von Videokonferenzen Ende März und intensiven Runden des bilateralen Austauschs in den darauf folgenden Wochen legten die Trendforscher und die Messeverantwortlichen den Grundstein für die globale Trendanalyse.

Während des digitalen Austausches identifizierten die Trendforscher vier Design- und Farbtrends, die anhand von Produkten der Aussteller zur kommenden Heimtextil im „Trend Space“ in der Halle 3.0 inszeniert werden. Eine spannende Premiere erleben die Besucher des Areals in Form des neuen „Digital Innovation Lab“. Es beleuchtet die Möglichkeiten und zusätzlichen Marktchancen einer komplett digitalen textilen Wertschöpfungskette – vom Design bis hin zum rein virtuell genutzten Produkt durch den Endverbraucher. Darüber hinaus wird die auf der vergangenen Heimtextil lancierte „Future Materials Library“ auch in der kommenden Saison weitergeführt und erneut von FranklinTill kuratiert. Die Library zeigt eine Reihe ausgewählter, innovativer Materialien auf nachhaltiger Basis und demonstriert damit deren spezifisches Potenzial für Anwendungen im Bereich Interior Design. Zuletzt waren hier unter anderem ein Furnier aus Hüllenblättern mexikanischer Maissorten zu sehen und eine vegane Woll-Aternative aus Cellulosefasern von Ananasblättern – neben zahlreichen weiteren Materialproben.

Ebenso verständigten sich die Trendforscher gemeinsam mit den Messeverantwortlichen darauf, das Material Manifest fortzuführen und bei der Planung des „Trend Spaces“ auf Ressourcen schonende Materialien zu setzen.

„Branchenübergreifend stehen Handel und Industrie durch die aktuelle Lage vor den wohl größten Herausforderungen, die unsere Gesellschaft in Friedenszeiten zu bewältigen hatte. Die Situation ist emotional und hat auch auf unsere Art des Einrichtens und Wohnens weitreichende Auswirkungen“, erläutert Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt. „Die Heimtextil mit ihrer Funktion als weltweiter Trendbarometer hat den Anspruch und macht sich stets zur Aufgabe, Zukunft frühzeitig zu erkennen, zu benennen und zu skizzieren. Dabei schauen unsere Trendforscher auch in dieser turbulenten Zeit keineswegs in die viel bemühte Glaskugel. Vielmehr beobachten sie die weltweiten Märkte und nutzen die Methoden und Tools der Trend- und Zukunftsforschung.“

Zum wiederholten Mal setzt sich der Trend Council aus den drei international renommierten Agenturen Spott Trends & Business (Dänemark), FranklinTill (Großbritannien) und Stijlinstituut Amsterdam (Niederlande) zusammen. Erstmals übernimmt Anja Bisgaard Gaede mit ihrem Team von Spott die Leitung des Projekts und verleiht damit den Heimtextil Trends einen skandinavischen Touch. Zum Aufgabenbereich der Dänen zählt neben der Konzeption des „Trend Spaces“ auch die Ausarbeitung des Heimtextil Trendbuchs, das Textilproduzenten, Inneneinrichtern und Raumausstattern als Arbeits-Tool bei der Kreation ihrer neuen Kollektionen und Einrichtungskonzepte dient.

Die nächste Heimtextil findet vom 12. bis 15. Januar 2021 statt.

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