Offner Brief an Wirtschaftsminister Peter Altmaier: "Die derzeitigen Herausforderungen für die Unternehmen unserer Branche sind beispiellos in der Geschichte, da parallel sowohl die Absatz- wie auch die Beschaffungsseite gefährdet sind."

EVL-Mitglieder in der Corona-Krise

Offener Brief mit Maßnahmenplan an Wirtschaftsminister Peter Altmaier

Unter den 160 Mitgliedsunternehmen des EVL (Europäischer Verband Lifestyle) befinden sich zahlreiche Importeure, die durch die aktuellen Entwicklungen besonders betroffen sind. Deshalb hat der EVL-Vorstand, der stelltvertretend für 2,3 Mrd. Euro Umsatz und 9.500 Beschäftigte spricht, nun einen offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier geschrieben. Darin heißt es: "Die derzeitigen Herausforderungen für die Unternehmen unserer Branche sind beispiellos in der Geschichte, da parallel sowohl die Absatz- wie auch die Beschaffungsseite gefährdet sind."

Durch die bereits spürbaren Frequenzrückgänge im Einzelhandel nicht nur in den Risikogebieten,  sondern in ganz Europa seien bereits zweistellige Rückgänge im Auftragseingang spürbar. Des weiteren wird erklärt: "Beschaffungsseitig ist unser Markt geprägt durch Importe von Fertigerzeugnissen, Vorprodukten und Rohstoffen aus Fernost, insbesondere China. Nach der staatlich geregelten Verlängerung des ,Chinese New Year' sind die Fabriken in China immer noch nicht im Normalbetrieb, sodass sich jetzt schon Lieferengpässe abzeichnen. Fehlende Importe werden seitens unserer Mitgliedsunternehmen die Lieferfähigkeit stark einschränken und erhebliche Umsatzausfalle mit sich bringen."

Bei den EVL-Mitgliedsunternehmen handele es sich zum Großteil um mittelständisch geprägte Familienunternehmen mit langfristigen Zielen, die allerdings teilweise nicht in der Lage seien die kommenden Herausforderungen ohne sinnvolle begleitende Unterstützungsmaßnahmen zu bewältigen. Ein dementsprechend düsteres Szenario malt der Vorstand, sollte dien Politik nicht unterstützend eingreifen: "Wir fordern daher, dass sich die Bundesregierung massiv dafür einsetzt, dass durch die Entwicklung der Virussituation es nicht zu Entlassungen und Schließung von Firmen in unserer mittelständischen Struktur kommt. Der Mittelstand ist nach wie vor das Rückgrat der deutschen Wirtschaft."

Folgende Maßnahmen fordert der EVL, um kleine und mittelständische Unternehmen in dieser schwierigen Phase zu unterstützen:

  • Erleichterungsregelungen für Kurzarbeit.
  • Wir fordern hier deutlich abgesenkte Zugangsvoraussetzungen,
  • eine auf 24 Monate verlängerte Bezugsfrist und
  • großzügige Regelungen zur Übernahme von Sozialversicherungsabgaben durch die Bundesagentur für Arbeit. Diese Erleichterungen haben sich schon während der Finanzkrise 2009 bewährt. 

Einen KMU Bürgschaftsfonds ("Corona-Bürgschaft")

  • Einrichtung eines Stützungsfonds für KMU Unternehmen ähnlich der Maßnahmen bei der Bankenrettung, durch den nötige Zusatzfinanzierungen über Fremdkapital abgesichert werden können, um etwaige Liquiditätsengpässe zu überbrücken
  • Ein einfaches und unbürokratisches Antragsverfahren, um mit dem Finanzpartner die Bürgschaft zu erlangen.

Des Weiteren fordert der EVL-Vorstand einen runden Tisch mit allen Beteiligten aus dem KMU-Sektor (Verbände), um Maßnahmen zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen zu entwickeln. Dazu müssten neben den oben genannten Punkten auch Programme zur generellen Konjunkturbelebung und Maßnahmen aus der Fiskalpolitik dienen.

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