Schieder-Prozess

Oberstaatsanwalt in Rage

Um Licht ins Dunkel des Schieder-Dickichts zu bringen, sind Zeugen wichtig – doch was, wenn sie nicht aussagen? Im Schieder-Prozess vor dem Detmolder Landgericht brachte dieser Umstand den Oberstaatsanwalt Ralf

Um Licht ins Dunkel des Schieder-Dickichts zu bringen, sind Zeugen wichtig – doch was, wenn sie nicht aussagen? Im Schieder-Prozess vor dem Detmolder Landgericht brachte dieser Umstand den Oberstaatsanwalt Ralf Günther am Freitag zum kochen. Wie die "Neue Westfälische" berichtet, hatte Stefan Tkazcyk, Ex-Geschäftsführer der polnischen Schieder-Tochter MMI über einen Kölner Anwalt schriftlich mitteilen lassen, dass er das Recht habe, die Auskunft zu verweigern. Und so war er auch gar nicht erst angereist. "Der geladene Zeuge hat hier zu erscheinen", zeigte sich Günther gegenüber dem Richter wütend. "Sie können ihn aus Köln herzitieren. Der hat auf der Möbelmesse einen eigenen Stand." Einige Tage zuvor hatte Tkazcyk noch gebeten, etwas später zur Verhandlung erscheinen zu dürfen. Sicher habe er auf der Möbelmesse nun Bekannte getroffen, argwöhnte der Oberstaatsanwalt daraufhin mit Blick auf die Anklagebank und beantrage ein Strafgeld in Höhe von 300 Euro oder ersatzweise drei Tage Haft.
Aber nicht nur der Pole blieb dem Zeugenstand fern, auch die Chefsekretärinnen von Demuth sowie Ex-Beiratschef Heinrich Griem sagten durch ihre Anwälte plötzlich ab. So darf man gespannt sein, wie die weiteren Verhandlungstage verlaufen.
Der Mammut-Prozess beschäftigt unterdessen immer mehr Medien. So widmet sich aktuell auch das Unternehmer-Magazin "Impulse" in seiner Titel-Story dem Aufstieg und Fall des einstigen Möbel-Königs.