Oberfränkische Polstermöbelindustrie auf Konsolidierungskurs

"Die oberfränkische Polstermöbelindustrie hat das Jahr 2006 erfolgreich abgeschlossen, aber die Umsatzentwicklung war uneinheitlich", vermeldete gestern Norbert Furche, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen, anlässlich der Jahrespressekonferenz in

"Die oberfränkische Polstermöbelindustrie hat das Jahr 2006 erfolgreich abgeschlossen, aber die Umsatzentwicklung war uneinheitlich", vermeldete gestern Norbert Furche, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen, anlässlich der Jahrespressekonferenz in Coburg. Demnach hätten einige Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr zweistellige Umsatzzuwächse verbucht. Andere konnten dagegen ihre Umsätze lediglich halten oder mussten leichte Minuszahlen schreiben. Insgesamt bewerteten in einer Umfrage 80 Prozent der Firmen die Geschäftsentwicklung in 2006 günstiger als im Jahr davor. Für das laufende Jahr rechnen 50 Prozent mit besseren Geschäften und rund 45 Prozent mit einer gleich bleibenden Entwicklung.
Erfolgreich waren nach Angaben Furches 2006 vor allem die design- sowie konsumorientierten Firmen. Doch trotz der guten Umsätze ist es vielen nicht möglich, befriedigende Erträge zu erwirtschaften. Gründe hierfür sind die preisorientierte Verkaufspolitik des Handels und die gestiegenen Materialpreise.
Die guten Ergebnisse in 2006 können laut Furche unter anderem auf mehrere Sondereffekte zurückgeführt werden. Dazu zählen zum einen vorgezogene Käufe aufgrund der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung, zum anderen die strukturellen Arbeitsmarktprobleme Polens, eines der Hauptlieferländer für Polstermöbel auf dem deutschen Markt. Mit dem Eintritt in die EU sind nach Schätzungen Furches 2 bis 2,5 gut ausgebildete polnische Arbeitnehmer ins westliche Ausland abgewandert. Dadurch hätten einige Firmen bis zu einem Viertel ihrer Arbeitskräfte verloren und Lieferschwierigkeiten bekommen.
Die Exportquote der Branche hat sich 2006 von 22 auf 23,7 Prozent gesteigert. Auch die Arbeitszeit stieg – von durchschnittlich 39 auf 40 Stunden pro Woche. Ebenfalls erhöht: die Zahl der Arbeitsplätze. Sie verbesserte sich um 2,6 Prozent. Dazu wurden 18,6 Prozent mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt.
Zu Beginn dieses Jahres muss die Branche nach einem guten Verlauf der "imm cologne" nun leichte Auftragsrückgänge hinnehmen. Dennoch sind die Firmen optimistisch, die gute Entwicklung des Vorjahres fortzusetzen. Aber: "Es ist nicht zu erwarten, dass sich das Jahr 2007 ähnlich erfolgreich wie 2006 gestalten lässt", so Furche.