Oberfränkische Möbelindustrie steigert Umsatz – aber Wettbewerb verschärft sich weiter deutlich

"Eine verbandsinterne Umfrage hat ergeben, dass sich die Umsätze im Jahr 2005 auf rund 785 Mio. Euro erhöht haben – das ist eine Verbesserung um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr",

"Eine verbandsinterne Umfrage hat ergeben, dass sich die Umsätze im Jahr 2005 auf rund 785 Mio. Euro erhöht haben – das ist eine Verbesserung um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr", so vermeldete Norbert Furche, Geschäftsführer des Verbandes der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen, auf der heutigen Jahrespressekonferenz der Oberfränkischen Polstermöbelindustrie in Coburg. Hinzuzurechnen seien zudem Umsätze von unverändert rund 40 Mio. Euro aus den Nichtpolsterbereichen der Möbelindustrie, zuzüglich der Umsätze der Zulieferer, die etwa auf 110 Mio. Euro geschätzt werden. Damit konnte die gesamte Möbelindustrie in Oberfranken im vergangenen Jahr ein Umsatzvolumen von rund 935 Mio. Euro realisieren. Die Exportquote der Branche liegt derzeit bei 22,1 Prozent. Dass Umsatzzuwächse im Wesentlichen im Ausland realisiert werden können, sichert wiederum die inländischen Standorte.
Dennoch: Trotz der gegenüber 2004 deutlich verbesserten Umsätze ist nicht zu verkennen, dass sich der Wettbewerb in Folge starken Importdrucks und schwacher Kaufbereitschaft der Konsumenten deutlich verschärft hat, so Furche. "Dies findet seinen Ausdruck leider auch in zwei Firmenschließungen im Jahr 2005 und in zwei weiteren Firmenschließungen in diesem Jahr."
Die Ertragslage hat sich im 1. Halbjahr 2006 gegenüber dem 1. Halbjahr 2005 bei 54 Prozent der Hersteller verbessert. 23 Prozent der Firmen melden eine gleichbleibende Ertragslage und nur 13 Prozent sprechen von einer schlechteren Ertragslage. Die Geschäftserwartungen für das 2. Halbjahr 2006 werden – ebenfalls gegenüber dem 2. Halbjahr 2005 – von 69 Prozent der Unternehmen als besser und von 23 Prozent als gleich bleibend eingeschätzt. Nur 8 Prozent erwarten schlechtere Geschäfte.
Belastend wirken sich dabei die deutlich erhöhten Materialpreise für Metall, Schaumstoffe und auch Spanplatten auf die Erträge aus. Immerhin habe ein Großteil der Firmen im 1. Halbjahr 2006 keinerlei Verkaufspreisänderungen vorgenommen, während die anderen die Preise um etwa 1 bis 3 Prozent erhöhten. Da eine Verteuerung der Lederpreise auf dem Weltmarkt bei der Rohware um 20 Prozent zu erwarten ist, die sich im Endprodukt Lederpolstermöbel mit etwa einer 7-prozentigen Materialpreissteigerung insgesamt niederschlagen wird, werden die Hersteller jedoch gezwungen sein, spätestens im 1. Halbjahr 2007 die Preise anzuheben.
Der Ausblick ist, so Furche, angesichts der Geschäftserwartungen für das 2. Halbjahr 2006 eher positiv. "Allerdings bleibt abzuwarten, inwieweit sich die Mehrwertsteuererhöhung durch mögliche Vorzieheffekte dämpfend auf die Nachfrage des Jahres 2007 auswirken wird."
Vom 30. September bis zum 5. Oktober laden die oberfränkischen Möbelhersteller zu ihren traditionellen Hausmessen ein. Knapp 90 Prozent der rund 35 ausstellenden Unternehmen sind Polstermöbelproduzenten.