AEG/Electrolux

Nürnberger Werk doch von Schließung bedroht?

Erst schien es, dass Nürnberg verschont bliebe – doch jetzt sieht es schon wieder ganz anders aus: "Im Zuge der Neuausrichtung seiner europäischen Produktionsstruktur hat der Aufsichtsrat des weltweit größten

Erst schien es, dass Nürnberg verschont bliebe – doch jetzt sieht es schon wieder ganz anders aus: "Im Zuge der Neuausrichtung seiner europäischen Produktionsstruktur hat der Aufsichtsrat des weltweit größten Hausgeräteherstellers Electrolux heute das Management damit beauftragt, eine mögliche Schließung des Nürnberger Werkes zu untersuchen." So heißt es heute in der Pressemitteilung.
Bereits am 15. Februar hatte der Konzern signalisiert, dass etwa die Hälfte aller Werke in Hochlohnländern möglicherweise geschlossen wird. Einige Standorte wurden inzwischen bekannt gegeben. Nürnberg war bislang nicht dabei. Nun muss sich aber auch das traditionsreiche AEG-Werk (gegr. 1922) einer Prüfung unterziehen, ob sich die Waschmaschinen- und Geschirrspüler-Produktion vor dem Hintergrund der aktuellen Marktveränderungen noch rentiert. "Wir müssen feststellen, dass der Verbraucher nicht bereit ist, höhere Preise für den Umstand zu bezahlen, dass ein Produkt in einem bestimmten Land hergestellt wurde", erklärt Johan Bygge, CEO Electrolux Major Appliances Europe. Vielmehr zeichne sich ab, dass der Preisverfall weiter anhält. Am deutlichsten wird dieser im Bereich Waschmaschinen, in dem die Durchschnittspreise allein in den letzten beiden Jahren um 15 Prozent fielen.
Damit stehen in Nürnberg 1.750 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Das Produktionsvolumen 2004 umfasste 1.634.500 Geräte, die unter den Marken AEG-Electrolux, Electrolux und Juno-Electrolux vertrieben werden. Das Electrolux-Werk in Rothenburg, in dem Herde und Kochfelder produziert werden, sei von der Untersuchung nicht betroffen.