Hornitex
Noch nicht mit dem Rücken an der Wand
Die Wogen schlagen hoch: Nachdem die Kapitalgesellschaften Orlando und Bridgepoint mit ihren Angeboten für Hornitex gescheitert sind – bzw. scheitern mussten – wird das Klima in Horn-Bad Meinberg rauer: "Nach
Die Wogen schlagen hoch: Nachdem die Kapitalgesellschaften Orlando und Bridgepoint mit ihren Angeboten für Hornitex gescheitert sind – bzw. scheitern mussten – wird das Klima in Horn-Bad Meinberg rauer: "Nach den normalen Regeln des Umgangs miteinander, war die Vorgehensweise dieser beiden Bieter im höchsten Maße unseriös", äußerte sich ein Mitglied des Gläubiger-Ausschusses gegenüber dem Kreis-Anzeiger erbost. Der Grund Die Angebote der beiden Kapitalgesellschaften lagen wohl nicht nur preislich unter den vorherigen Absichtserklärungen, sondern waren darüber hinaus wohl auch völlig unverbindlich. Dies lässt die Vermutung zu, dass Hornitex als "Schnäppchen geschossen werden sollte". Laut Werner Schreiber beziffert sich der Wert des Holzwerkstoffriesen laut Gutachten jedoch auf 360 bis 410 Millionen Euro. Natürlich nur bei Produktionsfortführung. Branchenkenner stellen diese Summe allerdings – vor allem wegen veralteter Anlagen – in Frage.
Jetzt gibt es auch Verdächtigungen in Richtung Pfleiderer, der ja offiziell aus dem Bieter-Rennen ausgestiegen war (s.a. Online-News vom 13.3.). Angeblich sollen den Neumarktern die unakzeptablen Angebote – laut Kreis-Anzeiger – bekannt gewesen sein. Nun könnte die AG bald wieder mit von der Partie sein. Dazu Dr. Werner Schreiber: "Jetzt wird eine ganz neue Runde eingeleitet. Besondere Rücksichtnahmen, etwa auf Betriebsräte oder Interessensvertreter, kann ich nicht mehr in den Vordergrund stellen. Natürlich rede ich mit jedem Bieter – auch mit Pfleiderer."
Inzwischen kann sich der Insolvenzverwalter sogar vorstellen, Hornitex stückweise zu veräußern. Außerdem will Schreiber Kontakte in Richtung anderer Branchenriesen, wie dem amerikanischen Konzern Weyerhaeuser, knüpfen: "Wenn es notwendig ist, fliege ich noch nächste Woche dorthin."
Und so ganz schlechte Karten scheint Hornitex noch nicht zu haben, denn der Cash flow sieht im Moment gut aus. Und die Banken bleiben bei der Stange. "Wir stehen keineswegs mit dem Rücken zur Wand", betont Schreiber.
Der Wettbewerb hofft allerdings auf eine schnelle Übernahme, denn Hornitex bietet seine Produkte immer noch sehr billig an. Was der Branche einen geschätzten Verlust von 200 Euro im Jahr bringt.

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