VME Nederland Gesellschafterporträt
Nils Beverwijk: Ein Unternehmer prägt den niederländischen Möbelhandel
Nils Beverwijk hat niederländische Möbelhandelsgeschichte geschrieben. Vielleicht auch gerade deshalb, weil er nicht – wie sonst üblich in Familienunternehmen – die Firma von der vorherigen Generation übernommen hat, sondern weil er 1992, vor mehr als drei Jahrzehnten, die Unternehmen CASBA Wonen, Trendhopper und De Kastenspecialist in Zoeterwoude gekauft und ausgebaut hat. Umso mehr konnte er dem Geschäft seinen ganz persönlichen Stempel aufdrücken.
1981 fing alles als Ferienaushilfe beim De Kastenspecialist an, dem damaligen Kastenmöbelspezialisten von Cor van der Geest. Es war eine Zeit, in der Ikea gerade in den niederländischen Markt eintrat und die etablierten Anbieter auf einmal ziemlich alt aussehen ließ.
Systemdenken statt Zufall
Doch schon damals zeigte sich: Nils Beverwijk ist ein Mensch, der sehr konzeptionell denkt. Beim ersten Eindruck würde man das vielleicht gar nicht unbedingt vermuten, denn so sympathisch, jovial und leidenschaftlich für das Thema Einrichten kommt er daher. Im Business ging es ihm jedoch schon immer um System.
Spätestens 1992, als er selbst als Unternehmer die Verantwortung übernahm, wusste er, dass Möbelvermarktung in Zukunft deutlich zielgruppenorientierter ablaufen musste.
Die Geburtsstunde von Trendhopper
1981 schlug die Geburtsstunde von Trendhopper. Vier befreundete niederländische Unternehmer legten als MG Groep den Grundstein für ein gemeinsames Vermarktungskonzept: 1984 folgte die Erweiterung auf ein vollständiges Einrichtungssortiment durch die Zusammenarbeit mit der Inkets Gruppe. Im Laufe der 1990er Jahre brachte sich Nils Beverwijk intensiv in die Entwicklung der Marke ein und gestaltete sie zu einer professionellen Franchiseorganisation. So kamen nach und nach mehr Lizenznehmer hinzu – darunter auch die Mitglieder der Mandemakers Group, einem großen Handelszusammenschluss. Als die Gruppe 2005 eigene Wege gehen wollte, entschied sich die verbliebene Masterclass-Gruppe für eine Kooperation mit der VME in Bielefeld – und VME Nederland wurde geboren.
VME Nederland: Starke Struktur, starke Marken
Der damalige VME-Geschäftsführer Günter Böhme erkannte die Chance und setzte mit Hendrik Voortman einen erfolgreichen Manager ein, der sich mit viel Leidenschaft um die niederländische Landesgesellschaft kümmerte. Voortman hat die operative Führung im Januar dieses Jahres an Hanneke van Meeteren übergeben. Er engagiert sich aber weiterhin und versucht, noch mehr Möbelunternehmer in den Niederlanden und Belgien von den Vorteilen von VME Nederland zu überzeugen.
Heute ist VME Nederland BV, mit Nils Beverwijk als Mitglied im Beirat, in den Niederlanden eine große Nummer – mit mehr als 60 Mitgliedern und über 100 Standorten. Das Markenportfolio ist im Nachbarland ähnlich breit aufgestellt wie beim Einrichtungspartnerring VME in Deutschland: Mit De Mooiste Woonwinkel, De Mooiste Keukenwinkel, Trendhopper, Budget Home Store, Interliving, NLwoont und NLslaapt ist für jedes Vertriebsformat eine eigene Marke vorhanden. Jetzt geht auch noch Roomio an den Start.
Austausch über Ländergrenzen hinweg
2012 übernahm VME (Bielefeld) das Trendhopper-Format als Franchisegeber – weiterhin auf genossenschaftlicher Basis. Mittlerweile gibt es 15 Trendhopper-Filialen in Deutschland sowie einen neuen Standort in Österreich bei Möbel Ludwig.
Nils Beverwijk profitiert stark vom Austausch mit seinen deutschen Kollegen: „Wir lernen voneinander – auch über Ländergrenzen hinweg. Wir haben tolle Kollegen, und es freut mich umso mehr, dass sich Trendhopper nun auch in Deutschland entwickelt. Ich komme immer gerne nach Deutschland und tausche mich aus.“
Generationswechsel bei CASBA
Auch im eigenen Haus stellt CASBA die Weichen für die Zukunft: Seit Dezember 2025 gehört Isabelle Beverwijk 40 Prozent des Unternehmens. Sie übernimmt sukzessive immer mehr Aufgaben ihres Vaters.
„Es klappt wirklich gut, allerdings muss ich immer wieder aufpassen, dass ich meiner Tochter nicht in die Quere komme. Aber sie ist sehr geduldig mit mir“, lacht Nils Beverwijk.
CASBA: Multibrand-Kompetenz auf 20.000 Quadratmetern
Zum Beverwijk’schen Portfolio gehört vor allem das Möbelhaus CASBA Wohnen & Schlafen in Zoeterwoude, zwischen Rotterdam und Amsterdam gelegen. Das 20.000 Quadratmeter große Multibrand-Einrichtungshaus blickt auf eine lange Geschichte zurück, beschäftigt rund 70 Mitarbeitende und verfolgt eine klare Mission: Menschen zu inspirieren und sie kompetent bei der Gestaltung ihres Zuhauses zu beraten.
CASBA positioniert sich im mittleren und gehobenen Segment. Im Erdgeschoss finden sich neben Trendhopper auch die Konzepte NLwoont und XOOON. Im ersten Obergeschoss präsentieren sich niederländische Designmarken wie Leolux, Pode, Studio Henk, Bree’s New World, Bert Plantagie und Havee. Die zweite Etage beherbergt Montèl, UrbanSofa und Interliving, die dritte eine komplette Henders & Hazel-Abteilung. In der vierten Etage dreht sich alles ums Schlafzimmer – mit Marken wie Auping, Pullman und Serta.
Nicht zu vergessen: die Kleiderschränke – das Produkt, mit dem alles begann. Zudem soll an diesem Standort künftig auch das Roomio-Konzept umgesetzt werden.
Weitere Standorte und klare Segmentstrategie
In Leiderdorp betreiben Isabelle und Nils Beverwijk gemeinsam einen Auping Store. In Utrecht gibt es einen weiteren Trendhopper Store und in Zoeterwoude ein 3.500 Quadratmeter großes Budget Homestore Möbelhaus. Das Unternehmen ist hungrig und auf Wachstumskurs. Isabelle sucht kontinuierlich nach weiteren Standorten.
„Ich sage immer, dass es wichtig ist, für alle Konjunkturphasen gewappnet zu sein. So haben wir die Gruppe aufgebaut. Für jede Kundenklientel ist etwas dabei.“
Marktlage: Vorsicht trotz Wachstum
Um eine Niedrigkonjunktur muss sich Beverwijk – im Gegensatz zur Situation in Deutschland – aktuell nicht sorgen. 2025 war ein gutes Jahr für VME Nederland im hohen einstelligen Plus-Bereich. Dennoch nimmt auch hier die Vorsicht zu: „Die Geopolitik ist inzwischen jeden Tag etwas unberechenbarer – und das mag die Wirtschaft bekanntlich nicht“, so Beverwijk. Trotzdem blicken die Beverwijks mit Zuversicht nach vorn. Bis jetzt hat es an guten Ideen, die zu Konzepten wurden, noch nie gemangelt.










Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren