Zogen heute vor der neuen "Blanco-Unit" Bilanz (v.l.): Rüdiger Böhle (CFO), Frank Gfrörer (CEO / Vorsitzender der Geschäftsführung), Andreas Ostermann von Roth (COO).

Für Wachstum sorgten vor allem Armaturen und Abfallsysteme.

"Wir wollen Blanco als Marke für nahtlos integrierte Lösungen bekannt machen." CEO Frank Gfrörer

Blanco

Neues Markenversprechen mit integrierten Systemlösungen

Auch Blanco wählte heute im Zeichen des Social Distancing den virtuellen Weg, um der Presse turnusgemäß über die jüngste Bilanz zu berichten. Und diese sieht recht unterschiedlich aus. Während 2019 im Inland 3,5 Prozent mehr Umsatz und damit 142 Mio. Euro erreicht wurden, stagnierte das Ausland bei 253 Mio. Euro. Zusammen ergibt dies einen konsolidierten Nettoumsatz von 395 Mio. Euro, was nahezu dem gleichen Stand von 2018 entspricht (394 Mio. Euro).

Für negative Einflüsse sorgte neben der sich weltweit abschwächenden Konjunktur hauptsächlich der US-Markt, wobei CEO Frank Gfrörer hier „hausgemachte Probleme“ bei der Ausrichtung auf die amerikanischen Handelsstrukturen einräumte. Überdies zeigte Kanada eine schwache Nachfrage. Als Gegenmaßnahme wurde bereits eine neue Vertriebsorganisation für ganz Nordamerika implemetiert. Auch wenn die positive Entwicklung im Inland die Umsatzeinbrüche kompensiert habe, sei dies für Blanco insgesamt nicht zufriedenstellend. Zitat Gfrörer: „Nach zehn Jahren kontinuierlichen Wachstums erleben wir im Inland wie auch im internationalen Geschäft einen prägnant erstarkten Wettbewerb. Um unsere ehrgeizigen Ziele in Zukunft erreichen zu können, sind künftig deutlich höhere Anstrengungen als bisher nötig.“

Dazu kommen die Unsicherheiten im Zuge der Corona-Krise, die natürlich ein zentrales Thema der heutigen Pressekonferenz war. Zwar waren die Umsätze bis April unter Plan, doch bisher habe es noch keine Einbrüche bei Blanco gegeben. Denn: „Wir waren zu jedem Zeitpunkt lieferfähig und es ist nicht davon auszugehen, dass es künftig zu Verzögerungen kommt,“ stellte Gfrörer klar, vor allem weil ein vorausschauendes Beschaffungsmanagement rechtzeitig für ausreichende Lagerbestände gesorgt hat. Eine Prognose sei derzeit unmöglich, doch rechnet der Blanco-Chef für 2020 mit einem Umsatzminus 10 bis 25 Prozent. Während USA und Kanada sehr volatil bleiben, zeige immerhin China einen Positivtrend.

Als Reaktion auf die schwierigeren Bedingungen hat das Unternehmen ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt. Bereits im vergangenen Jahr wurde das Strukturprogramm „Blanco 2025“ ausgerufen. Dazu gehörte auch die Stärkung der Marke, unter anderem durch ein besseres Leistungspaket. Im Vordergrund steht dabei nun, Blanco als Systemanbieter vehementer zu profilieren – als Marke für nahtlos integrierte Lösungen. Stellvertretend dafür verkörpert die „Blanco Unit“ mit erlebbarem Komfort rund ums Vorbereiten, Trinken und Reinigen den Konzeptgedanken. Neben der Spüle setzt dazu die neue Generation der Smart-Armaturen innovative Akzente, sei es mit berührungsloser Bedienung, Wassermenge nach Maß oder der Bereitstellung von gefiltertem bzw. kochend heißem Wasser. Bei Bedarf werden Handelskunden beim Einbau der hochwertigen Wassersysteme durch einen speziellen Montage-Service des Technischen Kundendiensts unterstützt.

Mit der zweithöchsten Investition der Firmengeschichte (29,3 Mio. Euro) hat Blanco zudem für die Zukunft vorgesorgt. Der Hauptteil floss in den Bau des neuen Werks im tschechischen Most, das Anfang 2020 plangemäß ans Netz ging und die Silgranit-Produktion in Sinsheim und Toronto entlasten soll. Zugleich dient der nun sechste Standort zur Risikostreuung. Die Einstellung neuer Mitarbeiter wurde vorerst überwiegend zurückgestellt, sodass es bei 1.515 Beschäftigten blieb (15 mehr als Ende 2018). In Deutschland sind es 1.090, im Ausland derzeit 425 Mitarbeiter.

Vielversprechend laufen überdies Optimierungen von Abläufen im kaufmännischen Bereich und die zunehmende Automatisierung, zum Beispiel in der Paketförderanlage in Bruchsal. Ebenso wichtig bleibt das Thema Nachhaltigkeit, wie sie jetzt bei der Verpackung umgesetzt wurde, bei der Recyclingfasern Styropor ersetzen.

Die hohen Investitionen seien nur dank des guten Cashflows möglich gewesen, wie Gfrörer hervorhob. Die Anpassung der Kostenstrukturen, auch durch Kurzarbeit, neue Produkte und Services sowie das ganzheitliche Markenversprechen bilden das Fundament, um die künftige Lage zu meistern. Auf eine Präsenz auf Gut Böckel verzichtet Blanco jedoch in diesem Messeherbst, weil dies für den Handel unter Corona-Bedingungen nicht zumutbar sei. Stattdessen will das Unternehmen alternative Wege gehen, um dem Handel vor Ort seine News zu präsentieren.

Diese Seite teilen