Neue Tarife in NRW
Die Tarifvertragsparteien für die holz- und kunststoffverarbeitende Industrie und das Serienmöbelhandwerk in Westfalen-Lippe haben am Montag eine Erhöhung der Löhne und Gehälter ab 01.08.2007 um 3,6 Prozent und ab 01.09.2008
Die Tarifvertragsparteien für die holz- und kunststoffverarbeitende Industrie und das Serienmöbelhandwerk in Westfalen-Lippe haben am Montag eine Erhöhung der Löhne und Gehälter ab 01.08.2007 um 3,6 Prozent und ab 01.09.2008 um 2,5 Prozent vereinbart. Hinzu kommen für die Monate Mai bis Juli 2007 Einmalzahlungen in Höhe von je 100 Euro, insgesamt also 300 Euro und für die Monate Juni bis August 2008 Einmalzahlungen von je 115 Euro, insgesamt also 345 Euro, die variabel sind und mithin durch freiwillige Betriebsvereinbarung bis auf Null reduziert oder bis auf das Doppelte erhöht werden können.
Zu diesem Tarifabschluss erklärte der Hauptgeschäftsführer und Verhandlungsführer der Verbände der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie und des Serienmöbelhandwerks, Dr. Lucas Heumann, gegenüber der Presse: "Der Tarifabschluss ist in seiner Höhe für die mittelständisch strukturierte Holz- und Möbelindustrie in Westfalen-Lippe gerade noch akzeptabel. Positiv hervorzuheben ist die Vereinbarung von flexiblen Einmalzahlungen zunächst für den Zeitraum Mai bis Juli 2007 in Höhe von je 100 Euro, insgesamt also 300 Euro. Die Flexibilität besteht darin, dass Unternehmen die Möglichkeit haben die Höhe dieser Einmalzahlungen durch freiwillige Betriebsvereinbarung auf betrieblicher Ebene zu variieren, ggf. auf Null zu setzen. Dies ist nach unserer Auffassung der zwingend erforderliche Ausgleich für die Höhe der tabellenwirksamen Lohnerhöhung, die am 01.08.2007 mit 3,6 Prozent eintritt. Weite Teile der Branche sind nicht in der Lage, eine Kostensteigerung im Personalbereich um 3,6 Prozent zu verkraften. Man muss daher davon ausgehen, dass weite Teile der Holz- und Möbelindustrie eine Betriebsvereinbarung mit den jeweiligen Betriebsräten über eine Streichung der vorgenannten Einmalzahlung anstreben wird. Viele Betriebe sind nach unserer Auffassung existenziell darauf angewiesen. Dies ist die Folge eines starken Rückgangs der Auftragseingänge seit Frühjahr 2006 als Folge der Mehrwertsteuererhöhung und einer geradezu explodierenden Kostenentwicklung insbesondere bei der Spanplatte als wichtigstem Rohstoff von weiten Teilen der Möbelindustrie.
Ebenfalls positiv hervorzuheben ist die Laufzeit der Vereinbarung. Durch die Geltung für 24 Monate erhalten die Unternehmen Planungssicherheit; auch werten wir es als Erfolg im Interesse unserer mittelständischen Mitgliedsunternehmen, dass im zweiten Jahr die Erhöhung der Entgelte mit 2,5 Prozent nahezu ein Drittel niedriger ausgefallen ist als 2007. Hinzu kommt, dass auch die im Jahre 2008 fälligen Einmalzahlungen für die Monate Juni, Juli und August 2008 flexibel sind und daher ggf. bis auf Null reduziert werden können.
Die Gesamtbelastung der tabellenwirksamen Erhöhung von 6,1 Prozent für zwei Jahre halten wir gerade noch für vertretbar. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass in allen Segmenten der Branche die Unternehmen gezwungen sein werden, erneut Kostenersparnis-Potenziale zu erkennen und umzusetzen, um diesen Kostenanstieg aufzufangen, da er sich nur in sehr begrenztem Umfang in Form von Preiserhöhungen am Markt umsetzen lässt."

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