Garant Gruppe

Negativer Markttrend hält an: Ein- bis zweistellig im Minus

Wie alle großen Branchenverbände hat auch die Garant-Gruppe mit dem anhaltend schwachen Konsumklima und instabilem Marktumfeld zu kämpfen: Zum zweiten Mal in Folge vermeldete die Geschäftsführung um Jens Hölper, Torsten Goldbecker und Hendrik Schütte einen Rückgang beim zentralregulierten Einkaufsumsatz. Der beläuft sich branchenübergreifend auf exakt -10,0 Prozent für 2024 im Vergleich zum Vorjahr.

(Foto: Garant Gruppe)

Im Bereich Küche sowie im Segment Schlafen ist der Rückgang vom zweistelligen Minus in 2023 auf ein einstelliges Minus in 2024 immerhin ein schwacher Trost. Aber: Im Bereich Wohnen und SHK sieht es genau umgekehrt aus. Hier erfolgte der Abrutsch vom ein- ins zweistellige Minus im Umsatz.

Sättigungs- und Nachholeffekt aus Corona-Zeit

Neben ernüchterten Gesichtern regiert der Konjunktiv das Pressegespräch in Rheda-Wiedenbrück: „Wir hätten 2024 mit einer Stabilisierung gerechnet“, erklärte Torsten Goldbecker, Geschäftsführer der Garant Holding GmbH. Doch der „Sättigungseffekt“ vom Einkaufsboom während der Corona-Hochphase und der letztjährige „Nachholeffekt“, was Reisen und andere Ausgaben angehe, hätten den Bereichen Küche, Wohnen und Sanitär einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Hinzu komme die erhöhte Preissensibilität der Verbraucher, die von einer allgemeinen „Grundverunsicherung“ her rühre – geopolitisch (USA, Ukraine) wie marktwirtschaftlich (fehlende Bauprognose, Zerfall der Ampel, Inflation).

Küche: rd. -6% Umsatz

Jens Hölper, Geschäftsführer der Garant Holding GmbH und der Garant Marketing GmbH, sagte mit Blick auf die negative Umsatzbilanz: „Ich hätte gerne noch ein paar Euros gefunden, um nicht zweistellig zu werden.“ Auf Nachfrage gibt er an, dass die Garant Gruppe „rund 1-2 Prozentpunkte vor dem Marktdurchschnitt im Bereich Küche“ liege, sich das Minus also auf etwa 6 Prozent belaufe. Konkrete Zahlen aber mag die Gruppierung nicht herausgeben.

Leichter Mitgliederrückgang: Stabilisierung

Das gilt auch für den Rückgang der zugehörigen Partnerbetriebe. Etwa 1.700 Mitglieder zählt die Garant Gruppe über alle Geschäftsfelder hinweg. Im Bereich Bad und Wohnen war die Zahl der Handelspartner zuletzt recht stark gesunken; dies habe sich nun auf einen kleineren Rückgang von -2,5 Prozent in 2024 eingependelt. Die vertriebliche Neuaufstellung mit Verbands-Vertriebsleiter Marc Kühn Ende März 2025 sende ein starkes Signal, erklärte Hendrik Schütte, ebenfalls Geschäftsführer der Garant Marketing GmbH.

Was dennoch zur ein oder anderen Kündigung geführt habe, sei dem Abschmelzen des Marktes hinsichtlich fehlender Nachfolger:innen oder aufgrund von Betriebsschließungen zuzurechnen. Aber: „Die Qualität unserer Markenpartner ist uns wichtiger als die Quantität“, sagte Schütte. So habe man mit der Bettenwelt Lippstadt einen renommierten Partner im Bereich Schlafen zum 1.1.2025 als Rückkehrer gewinnen können.

50 Kampagnen für regionale Sichtbarkeit

Dem Markt und somit auch den einzelnen Händlern stellt die Geschäftsführerriege der Garant Gruppe eine extreme Volatilität aus. Jens Hölper sagte, es sei deutlich zu erkennen, welche Handelspartner aktiver seien als andere. Verbandsseitig will man speziell kleinen und mittelständischen Betrieben mit rund 50 verschiedenen Kampagnen unter die Arme greifen. Im 360°-Marketingmix sollen diese regional und digital auf Social Media, in Display Ads und Google Search sowie im Direct Mailing (Newsletter) ausgespielt und mit WKZs gefördert werden. Schon jetzt sei das Marketingprojekt ein Erfolg: Rund 600 Einzelkampagnen seien bereits gebucht. „Das A und O ist Wahrnehmbarkeit und regionale Sichtbarkeit“, erklärte Hölper.

Dem pflichtete Torsten Goldbecker bei: So sei der Relaunch der Kollektionsmarke „Liva“ in moderner, frischer Form am PoS sehr positiv verlaufen und verzeichne schon jetzt rund 9,6 Prozent Umsatzzuwachs. Ebenfalls erfolgreich angenommen wird das digitale PoS-System.

2025 wenig hoffnungsvoll

Für 2025 geht die Garant Gruppe von einem erneut anspruchsvollen Jahresverlauf aus. Selbst die Industrie rechne erst 2026 mit einem Aufschwung, erklärte Jens Hölper. Immerhin vermelde der Handel seit Anfang des Jahres gute Auftragseingänge. Jedoch sei auch mit einem deutlich höheren Wettbewerb zu rechnen: „Wir planen auf Vorjahresniveau, aber wären auch nicht überrascht, wenn wir noch einmal im Minus landen“, so die Geschäftsführergruppe. Ein Hoffen auf politische Richtlinien erfülle der bisherige Koalitionsvertrag noch nicht. Entsprechend habe sich auch die Garant Gruppe der Initiative zu „Deutschlands heimische Wirtschaftskraft“ angeschlossen.