Neckermann steht vor dem Aus. Der Traditionshändler aus Frankfurt hat Insolvenz angemeldet.

Drama in Frankfurt

Neckermann ist insolvent

Der Absturz von Neckermann.de endet mit einem harten Aufprall. Die Gespräche mit Ver.di über den geplanten Stellenabbau sind heute gescheitert. Das Unternehmen mit seinen bundesweit rund 2.400 Arbeitsplätzen hat deshalb beim Amtsgericht Frankfurt einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens angemeldet.

Der Eigentümer, die Investmentgesellschaft Sun Capital, dreht den Geldhahn zu. "Unter den gegebenen Rahmenbedingungen kann das Unternehmen in seiner bestehenden Form damit nicht fortgeführt werden", teilte das Unternehmen mit. Der Plan war, 1.380 Stellen in Deutschland abzubauen, rund 1.000 davon im Bereich Einkauf. Viele Beschäftigte kündigten an, dagegen zu klagen. Das finanzielle Risiko möglicher Prozesse ist für Neckermann.de nicht überschaubar gewesen.

Das Traditionsunternehmen hatte im Frühjahr sein Geschäftsmodell komplett auf E-Commerce umgestellt. Neckermann.de wollte die erfolgreichen Online-Sortimente Technik und Möbel inkl. Haus- und Heimtextilien sowie das Vertriebspartner-Sortiment ausbauen, stampfte dafür aber das Print-Geschäft sowie das Eigentextilsortiment ein.

Was jetzt aus der Traditionsmarke wird, bleibt unklar. Das Unternehmen wurde 1950 von Josef Neckermann in Frankfurt am Main gegründet. Seit Oktober 2010 ist das Unternehmen zu 100 Prozent im Besitz von Sun Capital. Das Unternehmen gilt heute als der drittgrößte Versandhändler in Deutschland - nach Amazon und der Otto Einzelgesellschaft.

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