Foto: Jens Bidlingmaier, Christian Unger

Bauknecht

Nachfrageboom wird zum Luxusproblem

Von einer extrem guten Auftragslage berichtet aktuell die Hausgeräteindustrie und kommt damit immer mehr in Lieferbedrängnis. Dieses Problem hat derzeit auch Bauknecht, wie es am vergangenen Dienstag CEO Jens Bidlingmaier im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz darstellte. Die Menschen haben die Liebe zum Kochen wiederentdeckt - dies belegt nicht zuletzt eine Studie, die Whirlpool/Bauknecht bei über 1.000 Europäern in vier Ländern, darunter auch Deutschland, durchführen ließ. Gemeinsames und gesundes Kochen und Backen haben in Zeiten des Social Cocoocing Hochkonjunktur, woraufhin die Hausgerätebranche durch entsprechenden Bedarf profitiert. Mikrowellen ebenso wie Kühl-Gefrier-Kombis sind bei Bauknecht besonders gefragt, die Kleingeräte von KitchenAid haben ihren Umsatz in den letzten Monaten fast verdoppelt. Und dieser Effekt werde bis mindestens erstes Quartal 2021 anhalten, schätzt Bidlingmaier. Wobei eher in hochwertige Lebensmittel und Geräte investiert wird.

Lieferprobleme habe es zu Anfang der Corona-Epidemie eher weniger geben, weil das Unternehmen durch Erfahrungen aus China gut vorbereitet war. Bis auf kurzfristige Aussetzer in italienischen und russischen Werken konnten bislang 85 Prozent der Produktionskapazitäten aufrechterhalten werden. Doch jetzt übersteige der Nachfrageboom in ganz Europa langsam die Kapazitäten. „Es wäre geradezu fatal, wenn wir diese hohe Nachfrage bedienen könnten“, begründet Bidlingmaier die Tatsache, dass es nun zu mancher Verzögerung kommt. Denn andersherum hätte dies mangelnde und somit unwirtschaftliche Auslastung bedeutet.

Für das zweite Halbjahr erwartet Bauknecht in der DACH-Region ein zweistelliges Umsatzplus. Die Vertriebsmannschaft sei voll aktiv, on- und offline. Im September startet die neue Werbekampagne fürs Waschen und im zweiten Quartal für Einbaugeräte.

Für weitere Impulse sollen die Neuheiten sorgen, die unter dem Motto „Enjoy Home – Cook Smart“ erstmals vor der Fachpresse präsentiert wurden und auch in verschiedenen Hausmessen an der Küchenmeile zu sehen sind. Im Mittelpunkt stehen dabei die prämierten Einbau-Designlinien, die durch neue Geräte und eine Sonderedition erweitert wurden: Dazu zählen die Einbau-Backöfen der Collection.11 mit der Dampfgar-Funktion „Total Steam“ sowie die Abrundung des Connectivity-Sortiments in der Collection.07 durch neue Backöfen und Kochfelder mit „Hob2Hood“-Funktion. Einen besonderen Charakter verleiht der Collection.09 die neue „BlackLine“ mit schwarzem Edelstahl. Außerdem neu sind Geschirrspüler mit „ActiveDry“-Trocknung und die Einbau-Kühl-/Gefrierkombination mit extra viel Platz.

Neben den Technikstores und Otto als E-Commerce-Partner entwickelt sich auch das Geschäft mit dem Küchen- und Möbelhandel vielversprechend. Hier steht die elegante „Passion“-Linie, die nicht online vermarktet wird, im Vordergrund. Insgesamt sei im Küchen- und Möbelhandel ein gutes Fundament gelegt, berichtet Vertriebsleiter Christian Unger, sieht aber auch das Optimierungspotenzial. Eine Herausforderung sei 2021 überdies die Umstellung des Energielabels, das in den Augen der Verbraucher plötzlich Bestwerte zum Mittelmaß erklärt. Bauknecht habe seine Produkte auf den neuesten Stand gebracht, fährt aber zweigleisig (mit neuen/alten Geräten), um den Übergang für den Handel softer zu gestalten.

Insgesamt kündigt Bidlingmaier an, „mit Power ins Jahr 2021“ gehen zu wollen und dass dazu auch das Thema Messe/Neuheiten auf eine breitere, digitale Basis gestellt wird. Denn ebenso der Handel 2.0 habe sich nun an andere Kommunikationswege gewöhnt. In Ostwestfalen seien die News von Bauknecht und Privileg u. a. bei Nolte Küchen zu sehen.

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