Alno-Bilanz
Nach verlustreichem Jahr “Break Even” für 2008 erwartet
Die anvisierten Meilensteine zur Restrukturierung sind umgesetzt und der Alno-Konzern bleibt weiter optimistisch, dass in diesem Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet werden kann. Die heute veröffentlichten Zahlen für 2007 bilden
Die anvisierten Meilensteine zur Restrukturierung sind umgesetzt und der Alno-Konzern bleibt weiter optimistisch, dass in diesem Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet werden kann. Die heute veröffentlichten Zahlen für 2007 bilden allerdings noch eine recht schwierige Situation ab. Während der Umsatz mit -2,2 Prozent auf 602 Mio. Euro noch relativ moderat sank (bei -5,8 % im Inland, +7,5 % im Ausland), summiert sich der Verlust vor Steuern (EBT) auf fast 61 Mio. Euro. Darin inbegriffen sind 32,5 Mio. Euro für Restrukturierung und Einmalaufwendungen, doch auch die restlichen 28 Mio. Euro liegen immer noch höher als im Vorjahr (EBT 2006: -17,227 Mio. Euro). Das operative Ergebnis verschlechterte sich auf -23,43 Mio. Euro (2006: -6,8 Mio.). Immerhin konnte die Nettoverschuldung von über 97 Mio. auf 82,2 Mio. Euro gesenkt werden. "Ich habe schon Firmen bearbeitet, die deutlich höher verschuldet waren", erklärte dazu Dr. Georg Kellinghusen in der heutigen Telefonkonferenz mit der Fachpresse. Auch das Eigenkapital (46 Mio. Euro) bezeichnete der Vorstandsvorsitzende als "gesund".
Dass die Kürzung des Personals um 600 auf jetzt 1.800 Mitarbeiter (ein Viertel der Belegschaft!) teuer werden würde, war zu erwarten. Für Kellinghusen war dies eine der wichtigsten Voraussetzungen, um mit dem "Alno-Fit"-Programm nun weiter in Richtung Profit zu gehen. Die Sofortmaßnahmen aus 2007 (u. a. Preiserhöhungen, Sortimentsverschlankung und ertragsorientierter Vertrieb) würden sich bereits mit 35 Mio. Euro ergebnisverbessernd auswirken.
Die Bilanzen 2007 für die einzelnen Konzerntöchter sehen so aus:
Alno: 178 Mio. Umsatz (-8 %), EBITDA: -0,6 Mio. Euro, 760 Mitarbeiter aktuell,
Impuls: 111 Mio. Euro Umsatz (-1%), EBITDA: +4,3 Mio. Euro, 250 Mitarbeiter,
Pino: 90 Mio. Umsatz (-), EBITDA: +1,3 Mio. Euro, 200 Mitarbeiter,
Wellmann: 184 Mio. Euro (+4,6%), EBITDA: -3,4 Mio. Euro, 540 Mitarbeiter.
Trotz der eingeleiteten Maßnahmen habe es keine signifikanten Stellplatz- und Marktanteil-Verluste gegeben, erklärte heute das Konzernmanagement. Auch mit einigen Verbänden, die sich insbesondere von Wellmann distanziert hatten, sei man wieder konstruktiv im Gespräch, so Vertriebs- und Marketingvorstand Dr. Stefan Popp. Die zunächst geplante Plattformstrategie für 2009 habe man zurückgenommen. Vielmehr sollen alle Töchter künftig noch differenzierter am Markt auftreten. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Marke Alno, die durch eine neue Kampagne (ab Ende Mai) und mobile Schulungen unterstützt wird. Außerdem soll die Marke in puncto Innovationen ihre Führungsrolle zurückerobern. Auf der "Eurocucina" habe es beispielsweise für die neue grifflose Küche ein hervorragendes Feedback gegeben. Überhaupt liege im Export noch viel Potenzial: Die Auslandsquote soll sich mittelfristig von derzeit 30 auf 50 Prozent vom Konzernumsatz steigern.
Auch wenn der Umsatz in diesem Jahr parallel zum Markt mit einem zweistelligen Minus schwächelt, geht der Konzern von einer positiven Entwicklung in 2008 mit deutlich verbesserter Ertragslage aus. Dabei will der Konzern ohne weitere Finanzspritzen der Investoren (German Capital und Whirlpool hatten mit insgesamt 50 Mio. Euro das Kapital aufgestockt) über die Runden kommen.

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